Zweiradgedanken Der entscheidende Unterschied
Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.
Apostelgeschichte 1,8
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, auf zwei Rädern von A nach B zu kommen. Und wenn ich jetzt über drei Möglichkeiten schreibe, möchte ich im Vorfeld sagen, dass ich alle drei Möglichkeiten der Fortbewegung super finde und die Vielfalt in dem Zusammenhang genial.
An Pfingsten vor zwei Wochen ging es mir im damaligen Impuls hauptsächlich darum, den Heiligen Geist als Person des dreieinen Gottes vorzustellen, durch den der Vater und der Sohn in uns Wohnung nehmen. Am Schluss ging es dann um die Erfüllung mit dem Heiligen Geist. Heute möchte ich eingehen auf etwas, was wir durch den Heiligen Geist auch bekommen, nämlich Kraft. Das ist etwas, was der Herr Jesus den Jüngern auch versprochen hat, wenn sie Seinen Auftrag erfüllen würden, Seine Zeugen zu sein (siehe Eingangs-Bibelstelle).
Die nun folgende Allegorie mit den Zweirad-Gedanken sollen Beobachtungen illustrieren, die ich schon an mir selbst aber auch im CVJM oder in verschiedenen Gemeinden gemacht und festgestellt habe.
Wir haben nämlich drei Möglichkeiten, die o.g. Aussage zu interpretieren und für uns umzusetzen und wir wechseln dabei durchaus immer wieder auch persönlich zwischen der Art der (geistlichen) Fortbewegung und der Umsetzung des Auftrags in der Gemeindearbeit.
Da gibt es den verbissenen christlichen Radfahrer, der jeden Gemein-deberg hochstrampelt und versucht, seine ganze eigene Kraft für das Reich Gottes einzusetzen.
Ist die Arbeit unerwartet groß und schwer? Dann strampele noch etwas stärker! Da geht noch was!
Geht die Arbeit nicht schnell genug voran? Dann strampele noch etwas schneller! Da geht noch was!
Schwächeln die anderen Mitarbeiter? Dann feuere sie an und betone, dass doch alles für den Herrn ist! Da geht noch was!
Ein guter Mitarbeiter setzt sich doch mit seiner ganzen eigenen Kraft ein, oder? Da geht noch was!
Als Gegenpart gibt es den coolen christlichen Motorradfahrer. Das ist der, der sich mit solch selbstverpflichtenden Appellen nicht lange aufhält.
„Gott will ja schließlich nicht, dass ich mich quäle und kaputtmache, oder? Schließlich hat Gott ja die Kraft verheißen, das bedeutet ja, dass ich mich nicht fertigmachen soll, oder?
Und ich komme ja auch passiv ganz gut zurecht und klar in der Gemeinde.“
Spricht’s, dreht am Gasgriff, braust davon und lässt die Kirchengemeinderäte und die anderen Ehrenamtlichen zurück. Die müssen jetzt ohne ihn schauen, wie sie zurechtkommen. Allerdings trägt dieser Zeitgenosse nichts zur Erfüllung des Auftrags des Herrn bei. Na toll!
Ich glaube, ein entspannter christlicher Pedelec-Fahrer kann die o.g. Bibelstelle und gute Mitarbeit und Erfüllung des Auftrags des Herrn mit dem Heiligen Geist am besten verdeutlichen und illustrieren.
Ein Pedelec kannst du mit ausgeschaltetem Motor fahren wie ein normales Fahrrad, es ist aber dann noch anstrengender.
Macht deshalb wenig Sinn!
Wie ein Motorrad kannst du es aber auch nicht fahren, obwohl das Pedelec eine verborgene Motor-Kraft in sich hat. Diese Kraft wird aber erst dann aktiv, wenn der Akku geladen ist, der Motor eingeschaltet ist und – jetzt kommt das Entscheidende – du selbst deine eigene Kraft einsetzt, indem du in die Pedale trittst. Dann schiebt die Kraft des Motors dich an, unterstützt dich und die Arbeit ist viel entspannter.
Lange Rede, kurzer Sinn! Gott will, dass sich Seine Kraft mit der unseren verbindet und sie unterstützt. Der Motor in diesem Vergleich ist der Heilige Geist, wir können ihn in uns stärken und aufladen durch die Verbindung mit Gott, die wir immer wieder z.B. durch Gebet, Bibellesen, Gemeinschaft mit den Geschwistern herstellen.
Sind wir in dieser Weise unterwegs, werden wir feststellen, dass die Arbeit für den Herrn in der Gemeinde vorangeht und uns doch nicht überfordert.
Ich wünsche deshalb mir und uns allen, dass wir in der Arbeit für das Reich Gottes nicht als selbstaufopfernder, verbissen sich quälender Radler oder als cool egoistischer Motorradfahrer, sondern im Heiligen Geist geistlich unterstützt als entspannter Pedelec-Fahrer unterwegs sind.
Amen
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