Was bedeutet eigentlich Ewiges Leben?

Morgen ist der sogenannte Totensonntag oder Ewigkeitssonntag. Er ist einer der sogenannten „stillen Feiertage“. An diesem Tag wird traditionell der Verstorbenen gedacht und in diesem Zusammenhang auch der Thematik „Ewiges Leben“. Doch was ist „Ewiges Leben“ überhaupt? Was bedeutet „Ewiges Leben“ und wie kann man sich das vorstellen?

Ich will versuchen, einige der vielen Antworten in der Bibel zu nennen und persönliche Schlussfolgerungen ziehen.

Eine klare Definition finden wir zunächst einmal in Johannes 17,3. Dort heißt es: „Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen". Weitere Stellen bestätigen ebenfalls, dass das Ewige Leben ganz eng mit der Person Jesus Christus und der Erkenntnis und dem Glauben an Ihn verbunden ist. Das finden wir z.B. in Joh. 3,16; 5.24 und 6,47. Und in 1. Johannes 5,11-12 lesen wir: „Und darin besteht das Zeugnis, dass Gott uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.“

Diese Stelle (Formulierung im Präsens) zeigt, dass das Ewige Leben schon diesseits, im irdischen Leben beginnt, wenn man „den Sohn hat“, d.h. durch „den Heiligen Geist neu geboren“ und „in Christus hinein getauft ist und dadurch Christus angezogen hat“ (siehe Johannes 3, 1-13; Galater 3,27).

Das bedeutet also, dass das Ewige Leben bereits im Hier und Jetzt beginnt und eine qualitative Komponente besitzt. Das Ewige Leben unterscheidet sich dadurch, dass es bereits im ganz normalen irdischen Leben ein Leben unter der Führung des Heiligen Geistes ist und sich am Willen Gottes orientiert. Damit ist es qualitativ klar abgrenzt von einem Leben „im Fleisch“, das sich bemüht, lediglich den eigenen Willen befriedigt zu sehen.

Natürlich haben Christen, solange sie auf der Erde sind, immer wieder mit dem Umstand zu kämpfen, dass der Geist zwar das Ewige Leben ergriffen hat, das bereits vorhandene „Ewige Leben“ aber immer wieder noch mit dem unerlösten Körper und den damit ausgelösten Versuchungen zu kämpfen hat. Das wird erst mit der Auferstehung und der Gabe unseres Auferstehungsleibes aufhören, der dann auch „Ewiges Leben“ hat.

Das Ewige Leben in der Ewigkeit bei Gott wird Dimensionen haben, die wir uns jetzt und hier nicht vorstellen können und großartiger sein, als wir uns jemals ausmalen könnten. Viele haben es versucht und sind gescheitert.

Wer das „Ewige Leben“ bereits ergriffen hat, kommt auch nicht mehr in das große Gericht am Ende der Zeiten (Joh. 5,24), geht dadurch nicht verloren (Joh. 3,16; 10,28) und Gottes Zorn bleibt nicht auf ihm (Joh. 3,36).

Im Grunde hat Gott uns für die Ewigkeit geschaffen. Das sollte uns bewusst sein, denn Gott hat uns diese Wahrheit ins Herz gelegt (Pred. 3,11). Wir können es eigentlich nur durch bewussten Unglauben verdrängen.

Jetzt haben wir viel über die qualitativen Komponenten nachgedacht.

Aber wie sieht es mit der quantitativen Komponente aus? Wird Ewiges Leben nicht irgendwann langweilig? So denken manche Leute, lassen sich aber dabei von Begrenzungen und Erfahrungen leiten, die wir in diesem irdischen Leben alle haben, aber auch von populären Vorstellungen an- derer Leute (siehe Bild). Diese Begrenzungen wird es aber im neuen Himmel und auf der neuen Erde nicht mehr geben, es wird uns keinen Moment langweilig sein und wir werden darum jeden Moment unseres Ewigen Lebens genießen.

Deshalb:

Lasst uns unser Ewige Leben schon hier und jetzt ergreifen und es mit der Hilfe Gottes so gut wie möglich hier schon umsetzen! Wir wollen uns dann aber auch auf die Ewigkeit freuen, die unserer wartet und in der alles Böse, Vergängliche und Langweilige abgetan sein wird und wir endlich das erleben, für das uns Gott in Seiner Liebe geschaffen und vorgesehen hat.

Amen

Lied: Ewigkeit - Outbreakband