Warnung vor Überheblichkeit (Römer 11,17-24)
Weiter geht’s diese Woche mit Römer 11,17-24. Nachdem wir letzte Woche mit Zweigen aufgehört haben, machen wir heute mit Zweigen weiter. Mit natürlichen und eingepfropften. Das Pfropfen oder Veredeln ist im Obstbau eine beliebte Art und Weise, verschiedene Früchte von einem einzigen Baum zu ernten. Erfahrene Obstbauer wissen das und sie wissen auch, wie es geht. Paulus spinnt seine Gedanken fort und vergleicht Israel, bzw. die Juden und die nun an Jesus gläubigen Heiden aus den Nationen mit natürlichen und wilden Zweigen am Beispiel des Pfropfens beim Ölbaum.
(Hier ist übrigens eine Anleitung zum Veredeln von Olivenbäumen, falls einer einen zuhause hat).
Wir Gläubigen aus den Nationen sollen uns weder über Israel noch über die Juden erheben. Ja, es stimmt: Gott hat etliche der ursprünglichenZweige aus dem Ölbaum entfernt. Er hat sie wegen ihres Unglaubens und der Ablehnung des Messias ausgebrochen. Dafür wurden wir neutestamentliche Gläubige aus den Nationen als wilde Zweige eingepfropft. Wir waren ursprünglich auf einem wilden Ölbaum gewachsen, der seine Wurzel nicht in der Segenslinie der Verheißungen Gottes hatte. Daher sollten wir uns nicht über die Juden erheben, sondern vielmehr Gott, dem Besitzer beider Ölbäume für das Einpfropfen sehr dankbar sein.
Übrigens: Ein Satz im Text des o.g. Links ist mir aufgefallen:
„Um Olivenbäume zu veredeln, reicht ein einziges Blatt.“
Wie schön ist dieser Hinweis und dieses Gleichnis für mich. Das Blatt, von welchem die Veredelung für uns ursprünglich ausging, war und ist der Herr Jesus.
Aber zurück zum Text.
Haben wir Grund, stolz zu sein, als wilde Ölzweige in den edlen Ölbaum eingepfropft worden zu sein? Haben wir Grund zum Hochmut?
Paulus würde wieder sagen: Das sei ferne! Nein, vielmehr können wir froh und dankbar sein, in den edlen Ölbaum eingepfropft worden zu sein.
Denn wovon leben wir? Wir als Zweige leben ja nicht aus uns selbst, sondern Gott hat in Seiner Gnade uns Anteil gegeben an der Wurzel und der Fettigkeit des edlen Ölbaums, dessen Wurzel nun auch uns trägt. Die Wurzel deutet auf Abraham hin, der die Verheißung hatte, der Vater vieler Völker zu sein, die durch den Glauben vereint werden.
Denken wir daran: Auch der Herr Jesus wurde als Jude geboren. Deshalb schreibt Johannes in seinem Evangelium in Kap. 4,22: „Das Heil kommt aus den Juden.“. Wir werden dann eingepfropft bleiben, wenn wir im Glauben und in Jesus bleiben. Das ist entscheidend. Denn Paulus ermahnt uns: Sonst werden wir abgehauen werden.
Deshalb: Lasst uns demütig und nicht hochmütig sein! Denn das sagt uns der Text auch. Gott hat mit den Zweigen des edlen Ölbaums nicht „tabula rasa“ gemacht. Sie wurden nicht restlos verbrannt, sondern Gott wird diejenigen von ihnen, die zum Glauben zurückkehren, wieder einpfropfen. Und da sie vom ursprünglichen Ölbaum stammen, wird dies umso leichter geschehen. Das wird herrlich sein, wenn die Zeit kommt, wo natürliche und wilde Zweige in großer Vielzahl gemeinsam auf demselben Baum wachsen und Frucht bringen: Gott wird sich darüber freuen und am Ende wird Er eine gute Ernte einbringen aus den verschiedensten Früchten.
Denn das ist ja das Ziel: Im Himmel werden nicht nur Juden sein. Im Himmel werden auch nicht nur Christen sein. Es wird ein buntes, fröhliches Durcheinander von Früchten der unterschiedlichsten Ölzweige geben. Aber ihnen wird eines gemeinsam sein: Ihr Leben, ihr Wachsen, ihr Fruchtbringen geschah aus derselben Wurzel. Und dass sie dann im Himmel sein werden, haben sie Jesus Christus zu verdanken, an den sie geglaubt haben, Ihm allein.
Oh, dass auch wir alle gut anwachsen und uns nähren von Gott und Seinem Wort und durch Jesus Christus dann einmal alle dabei sein werden.
Amen
Lied: Heilig für immer – Urban Life Worship