Wahre Unreinheit kommt von innen

Vor knapp drei Jahren bekam das Händewaschen eine ganz neue Wichtigkeit. So hätte man in Abwandlung eines bekannten Sprichwortes sagen können: „Bei Corona, vor dem Essen – Hände waschen nicht vergessen!“

In den letzten beiden Wochen handelten die Miniandachten von Hygiene. Von Körperhygiene und von Herzenshygiene. Dazu passen auch die heutigen Gedanken. In Matthäus 15 wird uns berichtet, dass die Pharisäer mit Bezug auf die Überlieferung der Ältesten Jesus den Vorwurf machten, dass Seine Jünger ihre Hände nicht wuschen, wenn sie Brot aßen. Jesus aber konfrontierte sie damit, dass sie selbst in anderen Dingen der Überlieferung sogar heuchelten und schloss mit einer Lehre an das Volk: „Nicht was zum Mund hineingeht, macht denMenschen unrein; sondern was aus dem Mund herauskommt, das macht den Menschen unrein.“

Die Juden hatten Speisevorschriften, viele davon auch aus heutiger medizinischer Sicht durchaus sinnvoll. Aber Jesus macht ihnen klar, dass nicht die ein oder andere Übertretung dieser Vorschriften sie unrein macht und begründet dies in Vers 16-20: „Er sprach zu ihnen: Seid denn auch ihr noch immer unverständig? Versteht ihr nicht, dass alles, was zum Mund hineingeht, das geht in den Bauch und wird danach in die Grube ausgeleert? Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das macht den Menschen unrein. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung. Das sind die Dinge, die den Menschen unrein machen. Aber mit ungewaschenen Händen essen macht den Menschen nicht unrein.“ Beim Weg der Nahrungsaufnahme durch den Mund und die Verdauung durch Magen und Darm wird automatisch für die Entsorgung all der Dinge gesorgt, die der menschliche Organismus nicht gebrauchen kann. Und gemäß der Reaktion unseres Körpers können wir dann durchaus angemessen reagieren und optimieren. Das ist eine sehr geniale Einrichtung unseres Schöpfers.

Wie wir uns aber mit unserem Mund äußern, offenbart letztendlich, wie es um unser Herz bestellt ist und welche Dinge es beherrschen. Und wenn diese Dinge nicht gut für uns sind und langfristig Gedanken, Worte und Taten vergiften, gibt es halt keinen eingebauten Mechanismus der Entgiftung, Reinigung und Entsorgung wie beim natürlichen Weg der Nahrung durch unseren Körper. In diesem Fall handelt es sich dann nicht um eine Strecke mit Anfang und Ende, sondern eher um einen Kreislauf. Was an negativen Dingen in mich hineinkommt, kommt aus dem Mund wieder heraus, offenbart unsere Unreinheit und macht uns sogar erneut unrein. Es gibt aber einen Weg der Heilung und der Unterbrechung dieses Negativkreislaufs. Jesus sagt an anderer Stelle: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.“ (Matth. 4,4). Gott ist durch und durch rein und Seine Worte machen uns rein. Wenn wir uns mehr und mehr durch Sein Wort füllen lassen anstatt von anderem Müll, wird Er uns nach und nach in das Bild Seines Sohnes verwandeln und wir werden auch durch den Mund immer weniger unreine Dinge von uns geben.

Amen

Lied: Manfred Siebald: Gib mir die richtigen Worte!