Unpopuläres Verhalten Die Nachfolge der Christen soll die Welt spüren - aber auch die Christen selbst
Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen.
Erster Petrus 2,21
Kürzlich hat mich o.g. Vers angesprochen und ich wollte ihm mal gedanklich etwas auf den Grund gehen. Denn das zweite Wort dieses Verses lautet „dazu“, was uns natürlich sofort zu der Frage bringt: Wozu?
Um eine Antwort auf diese Frage geben zu können, lohnt es sich, sich mal die Verse davor anzusehen, so dass ich mal ab Vers 11 gelesen habe. Denn oft ist es nicht gut, Verse aus dem Zusammenhang zu reißen und sie dann ohne die Grundlage des Kontextes zu interpretieren.
Die Grundlage und der Kontext dieses Verses stellt sich wie folgt dar: Die Verse 11-21 beschreiben, dass der normale Status eines wirklichen Nachfolgers Christi in dieser Welt der eines Fremdlings ist. Weil er einem Größeren nachfolgt als selbst den größten Herren und Vorbildern, die diese Welt uns zu bieten hat. Denn Christen sind ja bereits auch Bürger des Reiches Gottes.
Als solche sollen Christen nach den Regeln Gottes leben, was zu Konflikten mit unserem normalen weltlichen Empfinden führen kann. Wir sollen einen guten Wandel unter denen führen, die ungläubig sind (V.12), uns aller menschlichen Ordnung unterordnen (V13, übrigens auch Römer 13,1-7), ja sogar Ungerechtigkeiten, Schmähungen und Kränkungen ertragen (V18+19) und sogar geduldig aushalten, wenn wir leiden müssen, obwohl wir Gutes tun (V20).
Das ist wenig populär und schreckt die meisten von uns wohl ziemlich ab, auch mich. Bei einem solch duldsamen Verhalten ist kein Ruhm und keine Ehre zu gewinnen, ja nicht einmal ein Blumentopf in dieser Welt, sondern im Gegensatz dazu ist eher mit einem deutlichen Verlust der persönlichen Reputation zu rechnen.
Und doch legt uns Gottes Wort im 1. Brief des Petrus ein solches Verhalten ans Herz.
Warum aber sollten wir als Christen uns entgegen aller menschlichen Vernunft so verhalten?
Dafür nennt uns der Text zwei Gründe:
Der erste Grund besteht darin, dass Christen der ungläubigen Welt am besten keinen Anlass bieten sollen, mit dem Finger auf sie zu zeigen und zu behaupten, dass Christen „Wasser predigen und Wein saufen“ und demnach unsere mündlichen Glaubensbezeugungen nur Lippenbekenntnisse sind, die durch unser tägliches Leben nicht gedeckt werden.
(„Ironie On“) Interessanterweise weiß ja gerade die ungläubige Welt oft scheinbar am besten, wie sich Christen zu verhalten haben und wie nicht („Ironie off“).
Nein vielmehr sollen die Ungläubigen durch unser Verhalten gezwungen sein, Gott gegen ihren eigenen Willen die Ehre zu geben, weil sie nichts gegen uns vorbringen können (V12).
Der zweite Grund liegt dann wirklich im Vers 21 begründet, der aussagt, dass es unsere Berufung ist, auch im Leiden für eine gerechte Sache Christus nachzufolgen. Denn Er hat uns ja durch Sein Verhalten bei Seiner eigenen unberechtigten Ver-urteilung und in Seinem Leiden am Kreuz ein Vorbild (V22-25) gegeben.
Und das hat dann auch mit der durchaus herausfordern-den Aussage Jesu zu tun, die uns in Matth. 16,24; Mk. 8,24 und Lk. 9,23 überliefert ist: “Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleug-ne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!“
Als Christen haben wir viel Grund zu einer dem Leben zugewandten Freude und Lebensbejahung, aber das Leben eines Christen soll auch in einer gewissen Mischung aus Gradlinigkeit, Konsequenz und Festigkeit, aber auch Leidensfähigkeit „Licht für die Welt“ und „Salz der Erde“ ausdrücken.
Dazu ermutige, stärke und segne dich unser dreieiner Gott!
Amen
© Jens Völker / Verwendung für gemeindliche oder missionarische Zwecke ausdrücklich erlaubt
Lied: Mein ganzes Leben (Surrender) – Alive Worship