Schritt 4: Das Opfer Jesu am Kreuz persönlich nachvollziehen
Nun haben wir uns an den letzten drei Samstagen Gedanken gemacht über die Bedeutung, die Notwendigkeit und die Motivation, die dem Kreuz zugrunde liegt. Vielleicht haben wir zum ersten Mal ansatzweise die Zusammenhänge, aber auch die Tiefe erfasst, die im Kreuzestod Jesu für uns selbst liegen. Vielleicht konnten wir alle Dinge nachvollziehen und ihnen sogar intellektuell zustimmen. Aber noch befinden wir uns nur im Bereich des Wissens, des Kopfes. Wir sind möglicherweise wie Zuschauer eines Dramas, das sich vor 2000 Jahren ereignete und von dem wir beeindruckt, aber im Herzen unberührt sind. Was tun wir damit? Verlassen wir das Kino, gehen eine Pizza oder ein Eis essen und anschließend zur normalen Tagesordnung über? Oder spüren wir die Konsequenzen dieses Geschehens für unser eigenes Leben, so dass wir nicht einfach so sagen können: „Interessant – aber wo gibt’s denn jetzt den Kaffee?“Denn wenn wir so agieren, haben wir nicht verstanden, dass das Kreuz zwar keine Bedingungen oder Voraussetzungen von uns fordert, wohl aber eine persönliche Reaktion. Gott liebt dich und für dich hat Sein Sohn deine Sünde auf sich genommen. Er, der Sündlose, wurde von Gott sogar mit deiner Sünde identifiziert, bzw. sogar als deine Sünde personifiziert (2. Kor. 5,21).
Und du?
Du kannst so, wie du bist, zum Kreuz kommen. Du musst nichts mitbringen, nur deine Bereitschaft, deine Sünde, deine Leere, deinen Unfrieden mit Gott ein für alle Mal loswerden zu wollen. Um Sein Opfer für uns anzunehmen und wirklich persönlich nachzuvollziehen, ist es notwendig, dass wir eingesehen haben, dass unser eigenes Leben und unser eigenes Gut-sein-wollen für eine Versöhnung mit Gott nicht ausreicht. D.h. unser altes Leben, unsere Sünde muss ebenfalls ans Kreuz, aber der Herr trägt sie für uns. Sein Blut, Seine makellose Gerechtigkeit wäscht all unsere Ungerechtigkeit vor Gott ab. Im 1. Johannesbrief lesen wir: „Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“ (1. Joh. 1,9) Oder wie Siegfried Fietz in der Vertonung seines Paulus-Oratoriums textet und singt: „Ich bin mit Jesus gestorben und begraben in seinem Tod. Er hat mir das Leben erworben, sein Wort ist mein tägliches Brot. Er hat michbefreit von der Sünde, mit seinem Geiste getauft, und gesandt, dass ich allen verkünde: Er hat durch sein Blut euch erkauft.“
Es fällt uns schwer, das Opfer Jesu am Kreuz persönlich anzunehmen, weil unser Stolz sich weigert, unsere Nacktheit und Bedürftigkeit vor Gott zuzugeben, unser Leben Ihm zu übergeben und nicht zuletzt – gerade in unserem kulturellen Umfeld – uns etwas schenken zu lassen. Die längste Strecke ist oft die zwischen Kopf und Herz. Aber sie muss überwunden werden. Denn wenn wir Befreiung von der Sünde und Frieden mit Gott wollen, gibt es keinen anderen Weg für jeden einzelnen unter uns als den über das Kreuz. Das hat mit unserem Herzen zu tun. Dieser Weg sieht bei jedem Menschen etwas anders aus, ist aber der einzige nach dem Zeugnis des Neuen Testaments (Joh. 14,6). Aber wenn wir diese Herzensentscheidung getroffen haben, haben wir zum einzigartigsten Tausch der Welt „Ja“ gesagt: Die Sündlosigkeit, Gerechtigkeit und Heiligkeit des Herrn Jesus für uns, unsere Sünde, Ungerechtigkeit und Gottesferne für Ihn. Wenn wir das wirklich erkannt und angenommen haben, was Gott uns in Ihm schenkt, dann können wir danach unmöglich dieselben bleiben.
Amen
Lied: Frieden (Larissa und Lukas Dopfer)