Schritt 2: Sich der Notwendigkeit des Kreuzes bewusst werden

Eine merkwürdige Diskrepanz liegt in den Empfindungen und Gedanken, wenn Menschen heute über den Kreuzestod Jesu nachdenken. Für den einen ist nach 1. Kor. 1,18 das Wort vom Kreuz eine Dummheit, für wieder andere offenbart es Gottes Kraft. Für die Juden ist die Verkündigung des gekreuzigten Christus bis heute ein Ärgernis, für die Heiden ebenfalls eine Torheit (1. Kor. 1,23). Und tatsächlich ist etwas Ärgerliches und Unverständliches am Kreuz, wenn man rein menschlich darüber nachdenkt. Und dies empfinden auch viele liberale Theologen, für die die Botschaft vom stellvertretenden Tod Christi am Kreuz eine ungeheuerliche, theologisch intellektuelle Provokation darstellt und mit der sie sich schwertun, sie in ihrer vollständigen Konsequenz zu predigen und zu verkünden.

Ist nicht Gott allmächtig? Ist nicht Gott die Liebe? Warum kann Er denn nicht einfach gnädig sein ohne eine solche grausame Konsequenz? Warum war denn das Kreuz Jesu notwendig?

Wenn wir über die Liebe Gottes sprechen, können wir das Kreuz nicht einfach beiseite schieben. Denn Gott liebt uns ja nicht, weil wir so gut sind. Er liebt uns, obwohl wir Sünder sind. Deshalb hat die Notwendigkeit des Kreuzes auch damit zu tun, dass wir Sünder sind. Wir können nicht umhin, über die Tatsache von Sünde zu sprechen. Auch in unserem Leben. Manche von uns haben Kinder. Versucht mal, Euch zu erinnern!

Musstet ihr ihnen erst beibringen, zu lügen, die Geschwister auszutricksen oder euch Eltern nicht gehorsam zu sein? Musstet ihr ihnen beibringen, egoistisch, jähzornig oder auch mal gewalttätig gegen andere Kinder zu sein? Musstet ihr ihnen zeigen, wie man sich Dinge unter den Nagel reißt, die einem nicht gehören?

Nein, im Gegenteil, Ihr musstet einiges an Erziehungsarbeit leisten, um ihnen genau diese und andere Dinge wieder abzugewöhnen und ihnen dabei möglichst das richtige Verhalten vorleben. Die Sünde steckt einfach in uns drin. Wie all diese Dinge in die Welt gekommen sind, erfahren wir gleich am Anfang der Bibel, in 1. Mose 3. Diese erste Sünde, d.h.die Abkehr vom Gebot des guten Gottes zog einen kaskadierenden Strudel der Sünde für die ganze Menschheit bis heute nach sich. In 1. Mose 2,17 hatte Gott dem Menschen als Konsequenz für Ungehorsam den Tod angekündigt. Gott ist aber nicht nur allmächtig und voller Liebe, sondern Er steht auch zu seinem Wort. Paulus bringt es in Römer 6,23 auf den Punkt: „Denn der Sünde Sold ist der Tod“. Dieser Tod war und ist (für diejenigen, die sich nicht durch Jesus retten lassen wollen) eigentlich für uns bestimmt. Wir haben ihn alle verdient, da ist keiner der Gutes tut in den Augen Gottes, auch nicht einer (Ps. 14,1; Ps. 14,3: Ps. 53,2; Ps. 53,4; Römer 3,12). Römer 5,12 bringt den Fluch der Sünde nochmal auf den Punkt: „Deshalb, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben.“

Der im Fleisch gekommene Sohn Gottes Jesus Christus aber war als einziger Mensch der Geschichte komplett ohne Sünde, deshalb konnte Er auch als einziger den Preis bezahlen und den Fluch dieser Sünde für alle, die ihr Vertrauen auf ihn setzen, ein für alle Mal von uns nehmen. Damit dies geschehen konnte, deshalb war der Tod Jesu und das Kreuz notwendig.

Amen

Lied: Siehst Du das Lamm (Albert Frey und Andrea Adams-Frey)