Kopf und Herz sind wie ein Beet Vom Sähen und Aufgehen der Saat - auf dem Acker und anderswo

„Kopf und Herz sind wie ein Beet, gute Saat wird ausgesät. Wenn ihr zuhört und versteht, wo euch Gottes Wort erreicht. Gib‘ dem kleinen Senfkorn Raum und es wächst ein großer Baum. Wenn wir Gottes Wort vertrau‘n, wird man Früchte wachsen seh‘n.“

(Arno und Andreas)

Wie reagieren Menschen auf das Evangelium? Wir Christen denken da oft ziemlich schwarzweiß. Nach dem Motto: „Na ja, entweder, sie nehmen es an oder nicht.“ Das stimmt zwar im Resultat, aber es gibt so viele Differenzierungen und Unterschiede auf dem Weg dorthin. Und die Situation der Menschen und der individuelle Mensch selbst schaffen all diese Unterschiede.

Der Herr Jesus hat mal ein Gleichnis („Das Vierfache Ackerfeld“) darüber erzählt, welches ich hier nicht als Link, sondern in voller Länge wiedergebe:

»Ein Bauer ging aufs Feld, um seinen Samen zu säen. Als er die Körner ausstreute, fiel ein Teil von ihnen auf den Weg. Dort wurden sie zertreten und von den Vögeln aufgepickt. Andere Körner fielen auf felsigen Boden. Sie gingen auf, vertrockneten dann aber, weil sie nicht genug Feuchtigkeit hatten. Wieder andere Körner fielen mitten in Dornenge-strüpp, das wuchs mit auf und erstickte das Korn. Andere Körner schließlich fielen auf guten Boden, gingen auf und brachten hundertfache Frucht.« Darauf rief Jesus: »Wer Ohren hat, soll gut zuhören!«

Lukas 8,5-8

Ihr könnt hier ein schönes kleines animiertes Video dazu schauen.

Ich selbst möchte auf eine Auslegung verzichten, denn wer könnte dies besser als Jesus selbst. Die Auslegung Jesu könnt ihr hier lesen.

Mir geht es um zwei Dinge: Um die Aussaat selbst und um das Herz, von welchem im letzten Vers die Rede ist.

Denn eins ist relativ schnell klar und auch logisch: Auch wenn der Boden unterschiedlich beschaffen ist, muss die Saat ja erstmal ausgebracht werden. Wo nichts gesät wird, kann auch nichts wachsen.  D.h. es müssen Leute da sein, die das das Wort Gottes ausstreuen und das Evangelium weitersagen.

Das ist der grundsätzliche Auftrag des Herrn an alle Leute, die Christen sind und Christus dienen wollen. Wenn wir Christen sind, dann sind wir auch Ackerleute Gottes.

Nun stellt sich mir die Frage, was so ein Landwirt alles macht. Der fröhliche und sorglose kleine Kerl im Video dient mir persönlich nur eingeschränkt als Vorbild. Klar, seine Fröhlichkeit und seinen Enthusiasmus beim Ausstreuen möchte ich auch gerne haben. Aber seine fehlende Empathie für die Beschaffenheit des Bodens erscheint mir etwas oberflächlich. Obwohl ich nicht vom Fach bin – das sind die wenigsten von uns -, ist mir doch klar, dass jeder Landwirt in Diedelsheim den Boden vorbereitet, bevor er die Saat ausbringt.

Beachtung der Bodenbeschaffenheit und Bodenstruktur, Wahl des Ackers (Anbaugeschichte), Pflügen, Grubbern, Einsatz von Düngemitteln, Auswahl Saatgut sind nur einige der vielen Dinge, die da zu beachten sind.

Aus dem Gleichnis lese ich heraus, dass das nachhaltige Aufgehen der Saat auch eine Sache eines aufrichtigen und bereitwilligen Herzens ist. Denn das Herz der Menschen ist der Boden, auf den das Evangelium gesät wird. Und auch hier können wir Christen, die Ackerleute Gottes, vieles zum Guten und zum Schlechten beitragen. Z.B. wie wir unsere Beziehung zu Menschen gestalten, wie wir ihnen begegnen oder wie sie durch uns Christen den Herrn Jesus wahrnehmen, bzw. welches Bild wir selbst ihnen von Christus vermitteln.

Amen

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