Körperpflege
Wir Menschen sind eine Spezies, die im Normalfall sehr auf das äußere Erscheinungsbild achtet und dem jeweils gültigen Schönheitsideal nacheifert. Natürlich wissen wir alle aus den Medien, dass es Menschen gibt, die die Darstellung ihrer äußeren Erscheinung bis ins Groteske übertreiben.
Aber wie ist es mit der ganz normalen Pflege meines Körpers? Was sagt die Bibel dazu?
Diese Frage kam tatsächlich aus Eurer Runde in Verbindung mit den o.g. Versen und ich möchte ein paar eigene Gedanken dazu weitergeben. Wenn wir die o.g. Verse im Kontext betrachten, dann muss man zunächst eindeutig sagen: Hier geht es nicht in erster Linie um Körperpflege, sondern um die Übereinstimmung unseres physischen Handelns durch unseren Körper mit der Tatsache, dass in echten Christen der Herr selbst durch den Heiligen Geist wohnt. Es passt einfach nicht zusammen und soll auch nicht so sein, dass wir mit unserem Körper diese Tatsache Lügen strafen. Aber enthält Vers 20 nicht auch noch ein wichtiges Detail? Gott beschränkt unsere Nachfolge nicht nur auf den Geist nach dem Motto: „Hauptsache, Du bist geistlich wiedergeboren. Was Du mit Deinem Körper machst, ist mir egal.“ Nein, beides, Körper und Geist gehören Gott. Mit allem aber, was Gott uns zur Verfügung stellt, sollen wir Gott ehren und verherrlichen, sowohl mit unserem Geist wie auch mit unserem Leib.
Wie kann das aussehen?
Nun, ich denke, das schließt ganz klar ein, dass wir den Körper, den uns Gott gegeben hat, ebenso pflegen wie den Geist und beide nicht vernachlässigen sollen. Schon im Alten Testament gibt es viele Hinweise, was Menschen tun sollen, um an Leib, Seele und Geist gesund zu bleiben. Für den Leib hat Gott viele gute Gebote gegeben. Sauberkeit und Reinlichkeit unseres Leibes haben nicht nur für uns, sondern auch für Gott einen hohen Stellenwert. Ich persönlich denke, dass Gott auch keinen Anstoß daran nimmt, wenn wir unsere äußere Erscheinung nett und anziehend gestalten.
Wo aber hört Pflege auf und fängt Darstellung und Körperkult an?
Das ist höchst subjektiv und daher werde ich mich hüten, eine eindeutige objektive Linie zu ziehen. Die Beantwortung dieser Frage ist im Gegenteil sehr individuell. Es kommt auf das Herz an und welche Motivation jemand dabei verspürt. Eine Stelle aus dem Neuen Testament möchte ich Euch noch geben, die uns so etwas wie Leitplanken gibt, damit wir bei aller gutgemeinten Pflege unseres Äußeren nicht aus der Kurve fliegen oder über das Ziel hinausschießen. Damit das von vornherein klar ist: Die Stelle dürfen von der Grundaussage her ruhig sowohl Männer als auch Frauen auf sich beziehen.
Liebe Männer, eure Phantasie ist also gefragt ☺!
Im 1. Petrusbrief, Kapitel 3,3-4 steht: „Euer Schmuck soll nicht der äußerliche sein, Haarflechten und Anlegen von Goldgeschmeide oder Kleidung, sondern der verborgene Mensch des Herzens in dem unvergänglichen Schmuck eines sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr kostbar ist.“ Wir dürfen Gott dankbar sein, dass Er unseren Körper so ausgezeichnet, erstaunlich und wunderbar geschaffen hat (Psalm 139,14+15) und diese Dankbarkeit sollen und dürfen wir auch in der Körperpflege ausdrücken. Aber zu unserem persönlichen Wohlbefinden gehört auch und besonders die Pflege des verborgenen Menschen, den ein sanfter und stiller, Gott kostbarer Geist schmückt.
Amen
Jens Völker (18.02.2023)