Kein Stress, Charlie Brown! Vom Umgang mit Sorgen

"Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch." (1. Petrus 5,7)

Eine der bekanntesten Comic-Figuren ist wohl Charlie Brown. Die Serie „Peanuts“ liefert entgegen der bei vielen Leuten herrschenden und zum Teil berechtigten Vorstellung der Oberflächlichkeit von Comics neben viel menschlich, allzu menschlichem durchaus auch von Zeit zu Zeit Tiefgang und Gedanken zu den unterschiedlichsten Facetten des Lebens. Immer wieder kommen auch Fragen und Gedanken zu Gott hoch. Viele philosophische und religiöse Bezüge finden sich dort. Kein Wunder, denn der Schöpfer der Serie, Charles M. Schultz, war selbst sehr christlich geprägt.

Der zentrale Anti-Held bei den Peanuts ist Charlie Brown, häufig melancholisch, tolpatschig, gutgläubig, etwas verträumt und sehr philosophisch veranlagt.

Er hadert oft mit den Tücken des Lebens, gilt nicht selten unter den anderen Figuren der Serie als geborener Versager und Verlierer. Meistens ist er es, der selbst mit verbundenen Augen das größte Fettnäpfchen findet und ständig mit den großen und kleinen Tücken des Lebens zu kämpfen hat oder mit seinem Schicksal hadert, z.B., wenn es ihm als einzigem nicht gelingt, seinen Drachen steigen zu lassen.

Auch mit Druck kann er nicht sonderlich gut umgehen, im Baseball versemmelt er regelmäßig den entscheidenden Ball und auch bei seinem großen Schwarm, dem „kleinen, rothaarigen Mädchen“ kann er nicht landen.

Das alles verursacht ihm Sorgen und Stress, die ihn niederdrücken und noch mehr verunsichern. Bevor wir uns jetzt aber lustig machen und über ihn lachen, lassen wir doch ruhig mal zu, den Spot auf uns selbst zu richten.

Steckt nicht auch in jedem von uns ein kleiner Charlie Brown, der sich Sorgen macht und gestresst ist?

Ich zum Beispiel bin auch nicht sonderlich stressresistent. Besondere Drucksituationen und Trouble-Shooting sind nicht so mein Ding. Ich kann viele Dinge bewältigen, qualitativ und durchaus auch quantitativ und kriege sie hin, aber zu viel auf einmal tut mir nicht gut. Ich staune immer und bin auch ein wenig neidisch auf Leute, die jederzeit souverän Herr jeder Lage zu sein scheinen.

Deshalb bin auch ich immer in der Gefahr, mich von Sorgen und Stress auffressen zu lassen. Aber ich kenne auch den, bei dem ich zur Ruhe kommen kann. Es ist Gott, von dem Petrus schreibt: „Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“. Und Paulus schreibt in Philipper 4,4-6: „Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren.“

Was mir an Charlie auffällt:

Er ist ein vielschichtiger und tiefer Charakter. Und ich nehme wahr, dass besonders solche Leute vermehrt in der Gefahr stehen, mit Stress und Sorgen kämpfen zu müssen.

Die Vornamensgleichheit von Charlie Brown mit seinem Schöpfer Charles M. Schultz ist möglicherweise nicht ganz zufällig. Aber Charles M. Schultz kannte auch Jesus. Manchmal wendet sich Charlie in seinen Stress-Nöten wohl auch deshalb dann halt nicht nur an den kleinen Stand, an dem die Klassenkameradin Luzie für ein paar Münzen Taschengeld psychologische Hilfe anbietet, sondern auch schonmal ganz direkt an Gott.

Und das scheint mir für uns alle die beste Adresse zu sein, denn:

Wenn du nicht schlafen kannst, zähle keine Schafe, sondern sprich mit dem Hirten!

Amen

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