Jahreslosung 2025 - Prüft alles und das Gute behaltet Prüfen? Ja, klar, aber mit welchem Maßstab?
"Prüft alles und das Gute behaltet!"
Die Jahreslosung 2025 hört sich zuerst mal an wie eine Binsenweisheit.
Verhält sich nicht jeder von uns permanent so?
Das machen wir doch alle, Tag für Tag, x-mal.
Was ist also das Besondere, die eigentliche Bedeutung der neuen Jahreslosung für uns heute?
Wer prüft, braucht eine Grundlage, einen Maßstab.
Im Normalfall ist dieser Maßstab unser eigener Kopf oder unser Herz. Was sich gerade richtig anfühlt, das tun wir. Aber oft treffen wir Entscheidungen, die sich später als Fehler herausstellen, weil unser Kopf, unser Herz eben nicht perfekt, sondern fehlerhaft sind. Nicht umsonst sagen andere, die unsere Entscheidungen nicht nachvollziehen können: "Es muss immer alles nach deinem Kopf gehen."
Unsere Jahreslosung möchte uns Mut machen, auf das weise Wort Gottes zu vertrauen, unsere Überlegungen auf diesen ultimativen Prüfstand zu stellen und danach die aus Gottes Sicht richtige Entscheidungen zu treffen. In allen Lebensbereichen.
Für Christen hat diese Jahreslosung aber noch eine andere Bedeutung:
Als Paulus den Thessalonichern schrieb, hatte er wohl Leute im Blick, die gar nicht so viel anders waren als wir heute. Sie glaubten falschen Lehrern, die sich in die Gemeinde eingeschlichen hatten und das Evangelium mit neuen, aber falschen Lehren untergruben.
In Apostelgeschichte 17,11 steht ein sehr interessanter Satz. Als Paulus und Silas nämlich von den Brüdern von Thessalonich nach Beröa geschickt wurden, gingen sie gleich nach ihrer Ankunft in die dortige jüdische Synagoge (Apg. 17,10) und erzählten, dass Jesus Christus der Messias sei. Von den Juden in Beröa aber heißt es im Gegensatz zu denen aus Thessalonich in Vers 11: „Diese aber waren edler gesinnt als die in Thessalonich und nahmen das Wort mit aller Bereitwilligkeit auf; und sie forschten täglich in der Schrift, ob es sich so verhalte.“
Wie damals die Thessalonicher sind auch wir, wenn wir Christen sind, heute vielen christlichen Strömungen und Modetrends ausgeliefert.
Wie sollen wir uns da verhalten? Mitmachen, weil es alle tun?
Wir sollten als Christen aber nicht sofort jeder neuen Sache nachlaufen, nur weil es scheinbar gerade hip ist, sondern auch diese Dinge, selbst, wenn sie sich noch so christlich anhören, erstmal an Gottes Wort prüfen.
Übrigens:
Wer das Gute behält, muss sich konsequenterweise auch von dem Nichtguten trennen. Auch zuhause können wir nicht alles behalten, sonst müllen wir uns irgendwann zu. Was natürlich trotzdem in einem gewissen Rahmen fast jeder - einschließlich mir - tut .
Deshalb:
Was für uns im normalen Leben scheinbar so selbstverständlich ist, sollten wir auch im geistlichen Bereich so handhaben. Alles prüfen an Gottes Wort, das Gute behalten, uns aber auch konsequent von dem anderen trennen. Das Nichtgute zu tolerieren und zu behalten lässt uns sonst den Überblick verlieren und bringt uns auch nicht weiter.
Denn wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein.
Unsere Jahreslosung ist also nicht ein allgemeiner Tipp, wie wir uns am besten durch unseren normalen Alltag manövrieren, sondern eine Ermahnung an Christen, ihre Bibel zu kennen und dadurch diese als Maßstab nutzen zu können, um christliche Lehren aus Büchern oder dem Internet oder auch Predigten zu prüfen und ins Licht der Bibel zu stellen.
Also:
Prüft weise mit dem richtigen Maßstab, behaltet das Gute und trennt Euch konsequent von dem Nichtguten!
Und das gilt selbstverständlich auch für die Andachten, die ich schreibe.
Amen
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