Jahreslosung 2024
Das neue Jahr hat begonnen und mit etwas Verspätung möchte ich heute einige Gedanken über die großartige neue Jahreslosung 2024 mit euch teilen. „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe!“ So ermahnt Paulus bei seinem Abschiedsgruß im ersten seiner Briefe an die Korinther die dortige Gemeinde. Und offensichtlich war diese Ermahnung an die Korinther damals wohl sehr notwendig.
Und ich glaube, auch uns tut sie heute wieder gut. Erfahrungsgemäß gibt es in der Liebe untereinander leider immer Nachholbedarf. Denn ich stelle fest, dass Menschen, auch ich selbst, wenn sie Christen sind, immer wieder Dinge tun, die von völlig anderen Motiven geleitet sind als von der Liebe. Auch ich. Und sicher wäre diese Welt ein besserer Ort, wenn alle Menschen alles, was sie tun, auch daraufhin prüfen würden, ob sie dabei auch von der Liebe geleitet sind. Aber ich schreibe eine Andacht und keinen utopischen Roman.
Aber wie schön wäre das?
Paulus schreibt den Christen in Korinth. Drei Kapitel vorher, in Kapitel 13, lässt er sich in seinem berühmten Text, auch „das Hohelied der Liebe“ genannt, bereits ausgiebig über das Thema aus.
Er sagt dort zu Beginn im Prinzip folgendes: „Leute, ihr könnt noch so eine tolle Gemeinde oder noch so ein toller CVJM sein und alle möglichen Gaben zur Entfaltung bringen, aber wenn euch dabei nicht die Liebe leitet, dann ist alles reiner Aktionismus, vielleicht sogar eitle Prahlerei und nutzlos. Es verliert seine langfristige Wirkung für das Reich Gottes. Es verpufft im Prinzip völlig wirkungslos.“
Dann beschreibt Paulus ab Vers 4 die Eigenschaften, die die wahre Liebe auszeichnen. Und schließlich betont er ab Vers 8 nochmal deutlich, dass alles, auf was wir uns so gerne etwas einbilden, unsere Leistungen, unsere Erkenntnis und so weiter, letztlich Stückwerk ist, das vergehen und aufhören wird.
Am besten gefällt mir aber tatsächlich der letzte Vers 13, wo nicht mehr von Dingen geschrieben wird, die vergehen, sondern von denen, die bleiben. Da heißt es: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe.“
Das gilt nicht nur für die Ewigkeit, sondern durchaus auch ganz praktisch im Hier und Jetzt.
Meine feste Überzeugung ist: Wenn Menschen mit Christen in Kontakt kommen, dann beeindruckt sie weniger, wie gut diese Orgel, Klavier oder Gitarre spielen können, wie gut sie singen oder wie klug sie reden oder schreiben können oder welche Argumente sie haben. Oder auch, wie viele Gruppen und Kreise in der Gemeinde oder im CVJM sind oder welche und wie viele Aktionen es gibt etc.
Menschen werden von uns als Christen dann beeindruckt sein, wenn sie feststellen, dass der Glaube, von dem ihr Gegenüber spricht, von diesem auch echt im Alltag gelebt wird. Menschen werden registrieren, wenn Christen eine Hoffnung haben, die in ihnen lebt und aus der sie leben. Und Menschen werden sich am meisten angezogen fühlen, wenn sie uns als Menschen kennenlernen, die authentisch glauben, eine lebendige Hoffnung haben und sich in echter geschwisterlicher Liebe begegnen.
Deshalb: Lasst uns nicht leistungsorientiert, sondern beziehungsorientiert miteinander umgehen!
Denn der Apostel Johannes schreibt, dass Menschen genau diese Kennzeichen an Christen - vor allem die Liebe untereinander - suchen und sie daran erkennen.
Ich persönlich glaube, dass christliche Gemeinden im 21. Jahrhundert nur dann überleben werden, wenn sie Glaube, Hoffnung und die Liebe zu Christus und untereinander wirklich authentisch leben. Die jeweilige Denomination spielt dabei eine untergeordnete bis keine Rolle.
Amen
Lied: Liebe bleibt – Chris & Henni