Jahresendegedanken

Schon wieder ist ein Jahr vorbei. Scheinbar schnell vergangen und doch: Wenn wir drüber nachdenken, dann ist doch wieder viel passiert. Wir mussten Menschen loslassen, aber es sind auch wieder kleine, neue Menschen geboren. Kriege dauern an oder wurden neu begonnen, aber auch Zeichen des Friedens konnten wir vielleicht wahrnehmen. Dinge sind vergangen, neue Dinge kamen und kommen auf uns zu.

Vor allem, wenn Menschen älter werden, gibt es so zwei Termine im Jahr, an denen gerne Bilanz gezogen wird. Das ist zum einen der eigene Geburtstag, zum anderen eben das Jahresende, vor dem wir nun unmittelbar stehen.

Und viele Menschen empfinden einen solchen Termin als Verlust. Das ist auch verständlich, denn was war oder vorbei ist, das ist unwiederbringlich vergangen und kommt nicht wieder. Gleichzeitig aber könnte man sich doch auch freuen, denn ein neues, jungfräuliches Kalender- oder Lebensjahr liegt vor uns, ein neues weißes Blatt, das wir, aber auch das Leben neu beschreiben werden, bis auch dieses Blatt wieder vollgeschrieben ist und wir wieder ein neues Blatt anfangen müssen/dürfen.

Und das ist der Hauptgrund, warum viele Menschen solche Termine auch als belastend empfinden. Denn wie viele neue weiße Blätter kommen noch? Die Wahrscheinlichkeit für viele neue Blätter sinkt jedes Jahr mit der Zahl der Blätter, die bereits vollgeschrieben sind.

Als Christen haben wir aber auch eine Perspektive der Hoffnung, die weit über das hinausgeht, was ich oben beschrieben habe. Christen sind Menschen, die immer Zukunft haben. Christen sind Zukunftsmenschen. Das dürfte man uns als Christen aber durchaus mehr und öfter anmerken.

Gott ist der, der uns diese Hoffnung und Zukunft gibt und diese Hoffnung und Zukunft liegen für Christen in der Person Jesus Christus begründet. Wenn wir Ihn haben, dann haben wir Frieden im Herzen und Gott denkt an uns mit Gedanken des Friedens. Und wenn wir leiden, dann sagt uns Gott, dass Er bei uns ist auch im finsteren Tal (Psalm 23,4) und dass Er uns in dieser Zukunft, die vor uns liegt, an einen Ort bringen wird, an dem alles Leid, aller Schmerz, alles Geschrei ein Ende haben werden (Offenbarung 21,4) und in der uns auch nicht mehr die Zeit davonlaufen wird.

Wenn ich Geburtstag habe oder vor einem neuen Kalenderjahr stehe, dann denke ich manchmal: Ja, ich bin wieder ein Jahr älter geworden, schon wieder ist ein Jahr vorbei. Aber ich denke auch: Freu dich doch, du hast wieder ein Jahr der Gemeinschaft mit Jesus mehr erlebt und du darfst dich auf ein neues Jahr mit IHM freuen! Und weil diese Gemeinschaft erst im Himmel vollkommen sein wird, sage ich mir auch: Meine Heimat ist ja auch der Himmel. Wow, ich bin wieder ein Jahr näher an dem Zeitpunkt, an dem ich Jesus von Angesicht zu Angesicht sehen darf und darauf freue ich mich.

Christen gehen nicht mehr auf das Gericht zu, sondern auf die Vereinigung mit ihrem Herrn und sie leben aus der bereits erfolgten, unverdienten Vergebung. Das nennt man Gnade.

Wie geht es Dir? Gehst Du bereits unter der Gnade ins neue Jahr? Gehst Du mit Gottes Segen? Gehst Du im Frieden Christi?

Dann musst Du nicht traurig sein, sondern darfst voller Freude und Zuversicht ins Neue Jahr gehen.

Amen

Lied: Geh unter der Gnade – Manfred Siebald (1988)

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