Irrtum: Ich komme in den Himmel, weil ich viel Gutes tue Wie gut muss ich sein, damit ich in den Himmel komme?
Letzte Woche schon und heute schon wieder eine komische Eingangsfrage? So komisch ist sie – finde ich – gar nicht. Denn viele Leute, auch Christen denken so.
Vor zwei Jahren, als wir vom Urlaub in Südtirol heimfuhren, erreichten wir ca. 02:00 Uhr nach sechsstündiger Fahrt schließlich Bretten. Wir kamen von der Autobahn aus Richtung Pforzheim, kurz vor Bretten nahm ich den Fuß vom Gas. Kein Mensch unterwegs und es war dunkel. Auf einmal wurde es hell. Adrenalin. Der Blitzer. Den hatte ich nicht mehr auf dem Schirm gehabt. Und ich war noch deutlich zu schnell gewesen. Erst kam das 50 km – Schild, dann kam der Blitzer und dann das Ortsschild. Normalerweise wäre der Führerschein eine Weile weg gewesen. Nur die Tatsache, dass ich bisher keine Vergehen hatte und dass der Blitzer vor dem Ortsschild kam, rettete mir den Schein. Aber der Bußbescheid kam. Es kostete mich 2 Punkte in Flensburg und zwischen 140 und 150 Euro. Toll.
Hätte ich nicht anrufen können und sagen können: „Leute, drückt doch noch mal ein Auge zu, ich halte mich doch sonst immer an die Verkehrsregeln und Geschwindigkeitsvorschriften. Ich bin immer freundlich, gewähre Vorfahrt, bedanke mich, wenn sie mir gewährt wird und so weiter“?
Der Erfolg wäre gleich Null gewesen. Denn viele gute Taten und meistens richtiges Verhalten löschen nur eine Übertretung vor dem Gesetz nicht aus.
Bist Du ein guter Mensch? Bestimmt alle von Euch würden mit einem – vielleicht auch zweifelnden - „Ja“ antworten. Gehen wir mal von den 10 Geboten aus.
Hast Du schon mal gelogen? Ich persönlich – einschließlich mir – kenne niemanden, der ehrlich „Nein“ sagen kann. Wie nennt man jemand, der lügt? L ü g n e r!
Hast Du schon mal gestohlen? Auch keine Kleinigkeiten? Ich persönlich – einschließlich mir – kenne niemanden, der ehrlich „Nein“ sagen kann. Wie nennt man jemand, der stiehlt? D i e b!
Wir könnten so weitermachen. Ich denke, ich selbst habe im Laufe meines Lebens jedes der 10 Gebote gebrochen (falls nicht buchstäblich, dann in Gedanken) und schon eine Lüge, ein kleiner Diebstahl macht mich zum Lügner und Dieb usw. Egal, wie viel öfter ich ehrlich war, egal wieviel ich Menschen auch geschenkt habe usw.:
Vor dem heiligen Gott sind wir keine guten Menschen, wir alle nicht. Selbst viele gute Taten machen vor Gott eine böse Tat nicht ungültig. Gott kann keine Sünde dulden. Das widerstrebt Seiner Heiligkeit und seiner Gerechtigkeit. Die Bibel sagt: „Der Sünde Sold ist der Tod“ (Römer 6,23). Schon eine Sünde bringt uns um den Himmel und damit den ewigen Tod.
Im Islam, ja, da ist Allah ein Buchhalter, der die guten und bösen Taten aufschreibt und abwiegt und gemäß dem Ergebnis seiner Buchhaltung den Gläubigen ins Dschanna (arab. جنّة, Paradies) einlässt oder eben nicht.
Auch dem biblischen Gott ist keine unserer Sünden unbekannt. Auch unsere Sünden werden zunächst aufgeschrieben. Aber Er weiß, dass wir keine Chance hätten. Und Er ist nicht nur heilig und gerecht, sondern Er ist auch Liebe und möchte gnädig und barmherzig sein, geduldig und von großer Güte (Ps. 103,8; Ps. 145,8).
Wir können unser Konto nicht ausgleichen und wir müssen es auch nicht. Gott selbst will es tun, aus Liebe zu uns durch Christus, Seinen geliebten Sohn. Wenn wir das akzeptieren und Jesus als Herrn und Heiland unseres Lebens annehmen, gleicht Gott das Konto aus, wirft unsere Sünden ins tiefste Meer und gedenkt ihrer nicht mehr. Und wir dürfen neu anfangen.
Und die Punkte im himmlischen Flensburg wurden gelöscht.
Siehe dazu auch folgendes kleines Video! (auf „Video“ oder aufs Bild klicken!!!)
Und wie ist das mit den guten Taten? Ja, wir sollen sie tun, aber nicht als eigenen Ausgleich für unsere schlechten Taten ohne Aussicht auf Erfolg, sondern aus Liebe und Dankbarkeit für das, was Gott in Christus für uns tat.
Amen
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Lied: Manfred Siebald: Jesus, zu dir kann ich so kommen, wie ich bin