Hoffnung - Selbst im Feuer Wie weit reicht unsere Hoffnung auf Christus?

Die Feuer in Los Angeles erschüttern uns. Seit dem 7. Januar 2025 haben sie mindestens 27 Menschenleben gefordert (Stand 17.01.2025). Über 100.000 Menschen wurden evakuiert, mehr als 12.000 Gebäude zerstört, die Schäden gehen in die Milliarden. Mein tiefes Mitgefühl gilt allen, die Angehörige verloren haben oder großen Schaden erlitten, ob reich oder arm. Gleichzeitig bin ich bewegt von der Solidarität vieler Amerikaner (17.000 Helfer) – und andererseits auch erschüttert, teilweise angewidert von Berichten über Plünderungen und über die politische Vereinnahmung dieser Tragödie.

Immer wieder gibt es solche schockierenden Vorkommnisse in der Welt. Manchmal menschengemacht, manchmal einfach Naturkatastrophen, wo Menschen zur falschen Zeit am falschen Ort sind.

Von vielem sind wir tief betroffen. Immer wieder erschüttern uns Katastrophen wie der 11. September, der Tsunami 2004 oder aktuelle Terroranschläge. Sie erinnern uns daran, wie zerbrechlich das Leben ist.

Angesichts solcher Ereignisse stellt sich uns unweigerlich die Frage: Wo ist Gott in all dem Leid? Wenn er doch gut und allmächtig ist, warum lässt er solches Leid zu? Warum trifft es Gerechte wie Ungerechte gleichermaßen? Sollte Gott nicht einer sein, der die schlechten Menschen straft und die guten belohnt, der dem Bösen in den Arm fällt und das Gute fördert und beschützt? Wir können den Eindruck bekommen: Ist Gott nicht manchmal ungerecht?

Ich habe auf diese schwierigen Fragen keine einfachen Antworten. Aber was ich weiß, ist dies: Der ungerechteste Tod, der je geschah, war der Tod von Gottes Sohn am Kreuz. Gott kennt das Leid, er hat es selbst durchlebt. Und Er ist auch in unserem Leiden bei uns.

Aber lasst uns auch folgendes bedenken: Unser Blick reicht oft nicht weit genug. Wir sehen nur das Diesseits, doch wir sind für die Ewigkeit geschaffen. Unser Leiden hier ist begrenzt. In der Ewigkeit wird Gott vollkommene Gerechtigkeit schaffen. Deshalb ist es so wichtig, unser Vertrauen auf Jesus zu setzen – jetzt, im Hier und Heute. Denn Er hilft uns nicht nur hier, sondern Er schenkt uns auch Hoffnung über dieses Leben hinaus.

Der Psalmbeter schreibt: „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, so fürchte ich kein Unglück. Dein Stecken und Stab trösten mich“ (Ps. 23,4). Gott lässt uns nicht los, er hält auch in allen Widrigkeiten des Lebens unsere Hand und geht mit uns.

Aber dennoch erleben wir Unheil und wir brauchen auch eine Perspektive im Leid. Wir brauchen eine Hoffnung, die durchträgt und die uns Licht in der Dunkelheit schenkt.

Die finden wir in der Auferstehung Jesu, der uns hierin vorausgegangen ist. Wir müssen lernen, mit geistlichen Augen die ganze Realität der Welt zu erfassen, wie sie uns die Bibel beschreibt. Die sichtbare und die unsichtbare Welt. Die Zeit und die Ewigkeit, in der Gott endgültige Gerechtigkeit realisieren wird.

Wenn wir den Blick für diese Realitäten nicht bekommen, können wir – selbst als Christen - am Leid und der gefühlten Ungerechtigkeit zerbrechen. Dann aber sind wir Christen, die sehr arm dran sind.

Wie Paulus in 1. Korinther 15,19 schreibt: „Wenn wir allein in diesem Leben auf Christus hoffen, so sind wir die elendsten unter allen Menschen.“ Doch unsere Hoffnung geht weiter. Sie ist fest verankert in der Auferstehung Jesu – und darin liegt Trost und Stärke, auch in den dunkelsten Momenten.

Nicht umsonst erinnert und tröstet uns deshalb Paulus mit dem nebenstehenden Wort. Und deshalb…

"Lasst uns Gott vertrauen, dass Er unser Leid sieht, uns nahe bleibt und uns in seiner Gnade trägt – jetzt und in alle Ewigkeit."

Amen