Hören und Handeln Vom Kopf über das Herz in Hand und Fuß

Seid aber Täter des Wortes und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst.

Jakobus 1,22

Was man immer wieder hört und auch selbst bei sich erlebt: Eigentlich jede bewusste Handlung nimmt ihren Anfang im Kopf, in unseren Gedanken, aber nicht jede Information im Kopf führt automatisch auch zu einer Handlung. Das gilt für gute und für schlechte Informationen in unserem Kopf. Und wenn wir sie lange genug in unserem Kopf bewegen, werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann Auswirkungen auf unser pragmatisches Handeln haben.

Das Evangelium ist ein gutes Beispiel für so eine gute Information. Nicht umsonst heißt Evangelium „Gute Nachricht“.

Unser Vers fordert uns auf, diese gute Nachricht nicht nur anzuhören und intellektuell zu verarbeiten, sondern sie anzuwenden und zu tun. Der christliche Glaube ist nämlich nicht nur eine reine Geisteswissenschaft, die wir philosophisch in dem Elfenbeinturm unseres Kopfes betreiben. Von Anfang an hatte das Evangelium eine pragmatische Ebene, die uns herausfordert, es umzusetzen.

Nun scheint es bei den Adressaten des Jakobusbriefes einige Zeitgenossen gegeben zu haben – und es gibt sie bis heute -, die meinen, Gottes Wort ist etwas nur für den Kopf, fürs stille Kämmerlein. Sie begnügten sich mit den guten schönen Gedanken des Evangeliums, aber die Umsetzung im praktischen Leben war nicht ihr Ding. Außerdem, so sagen sich scheinbar diese Leute: Wer nichts macht, der macht auch nichts falsch. Wirklich?

Denn diese Entkopplung von Kopf und Hand/Fuß ist Jakobus und auch allen anderen Aposteln fremd. Jakobus sagt an anderer Stelle; ein lebendiger Glaube findet seinen sichtbaren Nachweis in Werken, die der Heilige Geist hervorbringt. Ganz krass formuliert er: „Glaube ohne Werke ist tot.“ (Jak. 2,17 und 26).

Damit keine Missverständnisse entstehen: Die Werke, das Tun des Wortes sind nicht relevant für die Errettung selbst. Aber sie sind ja der Nachweis, des mein Glaube ein rettender Glaube ist. Die Werke sind daher nicht die Bedingung für die Errettung, sondern die natürliche Folge daraus.

Natürlich können – abhängig der uns verliehenen Gaben – die Werke völlig unterschiedlich zutage treten. Aber wenn wir meinen, es genüge, das Wort nur zu hören und allein mit dem Kopf zu verstehen, dann sind wir auf dem Holzweg. Der Vers sagt uns: „Dann betrügen wir uns selbst.“

Im folgenden Vers steht: „Wir sind dann wie ein Mensch, der sich im Spiegel anschaut, fortläuft und sein Spiegelbild vergisst.“

Unser Glaube muss nämlich praktisch eingeübt und angewendet werden, das dient zur Befestigung.

Aber ist Anwendung = Anwendung?

Wenn ich eine Information bekomme, kann ich trotzdem vollkommen unterschiedliche Schlüsse für mein Handeln daraus ziehen. Deshalb: Bevor mein Glaube Hand und Fuß bekommt, ist es nämlich entscheidend, dass er ein Organ durchläuft, was geistlich in der Bibel schon immer als entscheidend dargestellt wird für die richtige Entscheidung für mein pragmatisches Handeln.

Ich meine das Herz. Wir brauchen also ein gutes Herz, um aus dem guten Wort Gottes auch gute Taten folgen zu lassen. Haben wir ein böses oder ein gleichgültiges Herz, brauchen wir uns nicht wundern, wenn wir oben in den Kopf gute Worte Gottes reinlaufen lassen und unten kommen trotzdem böse oder keine Taten raus. Und letztendlich bestimmen die Taten das Leben.

Deshalb empfiehlt uns schon der weise König Salomo: „Mehr als alles andere behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus!“ (Sprüche 4,23).

Ich wünsche dir und mir viel Erfolg und Gottes Segen beim Behüten unseres Herzens und beim guten und richtigen Tun des Wortes!

Amen

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