Bibelabend
Mai
"Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden!"
Matthäus 6,33
Kurz nachgedacht:
(Der Impuls enthält u.U. Links zum weitergehenden Verständnis)
Was ist ein Deal? Ein Deal kann vieles sein: ein Vergleich in einem Strafverfahren, ein wirtschaftlicher Handel oder eine einfache Abmachung. Letzteres bietet uns Jesus im Auftrag seines Vaters in der Bergpredigt an.
Kurze Zusammenfassung, um was es vorher ging. Ab Vers 25 spricht Jesus über die Grundbedürfnisse des Lebens: Essen, Trinken, Kleidung. Dinge, die für uns im reichen Westen oft selbstverständlich scheinen – und doch machen sich viele Menschen Sorgen. Warum? Weil wir wissen, dass wir nicht alles unter Kontrolle haben. Krisen, z.B. ein plötzlicher Jobverlust, eine Krankheit oder ein anderes unvorhergesehenes Ereignis könnten alles verändern.
Jesus stellt in Vers 27 eine einfache, aber tiefgehende Frage: „Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Lebenslänge eine einzige Elle hinzusetzen?“
Wir wissen: Sorgen verlängern unser Leben nicht – im Gegenteil. Aber was dann? Jesus gibt uns in Matthäus 6,33 eine klare Zusage: Wenn wir unser Leben nach dem Reich Gottes ausrichten, wird ER für unsere Bedürfnisse sorgen. „Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden!“.
Das klingt wie ein Deal: Setzt eure Prioritäten auf das Reich Gottes – dann kümmert sich Gott um eure Bedürfnisse. Aber was bedeutet das praktisch? Es heißt nicht, dass wir unsere alltäglichen Aufgaben vernachlässigen sollen. Paulus würde darauf wohl antworten: „Das sei ferne!“
· Es bedeutet, dass wir Seine Erlösung suchen, indem wir das Evangelium annehmen.
· Es bedeutet, dass wir im Gehorsam leben indem wir unser Denken und Handeln am Wort Gottes ausrichten.
· Und wir sollen das Reich Gottes teilen, indem wir anderen von Jesus erzählen.
Wenn wir das tun, verspricht Gott: „Ich sorge für dich“. Vielleicht fragst du dich: Setze ich wirklich zuerst auf das Reich Gottes? Eine einfache Prüfung kann helfen:
Wofür setze ich meine Zeit und Energie ein? Wohin fließt mein Geld? Sind meine größten Sorgen weltlich oder himmlisch?
Wenn wir Gott wirklich an erste Stelle setzen, dann können wir in seiner Versorgung ruhen: „…so wird euch dies alles zufallen.“
Gott verspricht, für die Seinen zu sorgen, alle Bedürfnisse zu decken (Philipper 4,19), aber Seine Vorstellung von dem, was wir benötigen, ist häufig anders als unsere. Und Sein Timing wird nur hin und wieder unseren Erwartun-gen gerecht. Zum Beispiel sehen wir ein Bedürfnis nach Reichtum und Verbesserung, aber Gott weiß, dass wir vielleicht auch mal eine Zeit der Armut, des Verlusts oder Einsamkeit brauchen. Denn auch diese Zeiten können uns Ihm näherbringen.
Deshalb ist dieser Deal auch keine Formel für Reichtum, sondern eine Beschreibung dessen, wie Gott in und an unserem Leben arbeitet. Er ist eine Einladung zu einer vertrauensvollen Beziehung mit Gott. Und der Vers ist deshalb auch eine klare Absage an das sogenannte „Wohlstandsevangelium“. Jesus lehrt uns, dass unser Fokus nicht auf die Welt mit ihrem Statusdenken und oft verlogenen Verlockungen gerichtet sein soll, sondern dass er auf die Dinge des Reiches Gottes konzentriert bleiben soll.
Er ruft uns dazu auf, unseren Fokus nicht auf vergängliche Dinge zu richten, sondern auf das, was wirklich zählt: Gottes Reich. Wer diesen Deal annimmt, braucht sich keine Sorgen mehr zu machen. Denn Gott hält sein Wort.
Amen
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