Gebet – Gott loben
Mit unserem Gebet können wir zu Gott kommen, wie wir sind, wie es uns gerade geht und wie wir uns gerade fühlen. Außerdem können wir mit Ihm reden wie mit einem liebevollen Vater oder mit einem guten Freund.
Wenn ich mein eigenes Beten kritisch betrachte, bemerke ich, dass ich oft damit beginne, Gott zu sagen, was ich von Ihm möchte. Ich denke, bei den meisten von uns, die beten, werden die Bitten oft überrepräsentiert sein. Wir schauen halt nur auf uns und das, was uns fehlt und wenigstens im Jammern sollen wir Deutschen ja immer noch zu der internationalen Spitzengruppe gehören.
Vielleicht auch deshalb ist es gut, sich auf eine gewisse Reihenfolge des Gebets zu besinnen und damit zu beginnen, zuerst auf Gott zu schauen. „Loben zieht nach oben und Danken schützt vor Wanken“, sagt ein bekanntes Zitat.
Und tatsächlich möchte ich heute einige Gedanken zum Loben teilen. Gott gefällt es, wenn wir Ihn loben. Jedem von uns tut es gut, gelobt zu werden.
Aber ist das die Motivation des allmächtigen Gottes? Gelobt zu werden, um sich gut zu fühlen? Hat es das Ego Gottes nötig, Lob von uns kleinen Menschen zu bekommen?
Ihr merkt selbst, wie absurd sich solche Fragen anhören. Denn unser Lob soll nicht in erster Linie Ihm dienen, sondern uns. Gott zu loben hilft uns, manche Dinge ins rechte Licht zu setzen und uns dabei erbauen zu lassen.
Vor knapp 10 Jahren kam ein Buch heraus. „Raus aus dem Jammersumpf“. Darin wurde propagiert, auf das Positive zu schauen, der Kraft des positiven Denkens zu vertrauen. Hört sich toll an, ist aber leichter gesagt als getan. Denn wir bleiben dabei begrenzt. Wir bleiben auch mit positivem Denken stets bei uns selbst und unseren Möglichkeiten stehen.
Wenn wir aber darüber nachdenken und das auch im Gebet formulieren, wer Gott ist, was Er für uns getan hat, dann richten wir unseren Blick weg von uns selbst. Wir schauen auf Gott und Seine Möglichkeiten. Das gibt neue Kraft. Loben zieht halt doch nach oben. Ich kenne einige Christen, bei denen ich das erlebe. Leute, die wirklich Grund hättenzu jammern. Aber die doch eine Freude ausstrahlen, wo ich merke: Das kommt nicht von ihnen selbst. Diese Freude kommt von Gott.
Und diese Freude will Gott uns geben und sie kommt, indem wir unser Gebet mit dem Lob Gottes beginnen.
Praxistipp:
Wenn Du das mal ausprobieren möchtest und es kommt dir spontan nicht so einfach von den Lippen, gibt es einen Trick: Fang mal an, darüber nachzudenken, was Du von der Größe Gottes und der Liebe Jesu verstanden hast und schreibe es auf!
Denn beim Beten – und das betrifft auch das Danken und Bitten – sind Spickzettel nicht verboten. Ich möchte Dir Mut machen, heute ganz bewusst Gott zu loben.
Was hat Er alles für Dich getan durch Jesus? Was ist Er für Dich? Was schenkt Er Dir heute an diesem Tag?
Lobe Gott, wenn es Dir gut geht! Aber auch dann, wenn es Dir nicht gut geht!
Dann wirst Du merken:
Du erlebst nicht nur die eigene begrenzte Kraft des positiven Denkens. Sondern Du erlebst die unbegrenzte Kraft des positiven Glaubens an einen realen Gott, für den es keine Grenzen gibt, der Dich liebt und zu Dir steht. In jeder Situation. Diese Kraft darf, kann und soll Dich heute stärken.
Amen
Lied: Lobe den Herrn, meine Seele – Sandesh Manuel und die Schobesbergers