Gebet – Gott danken

„Loben zieht nach oben, danken schützt vor Wanken“. So lautet ein bekannter Spruch, den auch viele Christen beherzigen sollten.

Warum schützt Danken vor Wanken?

Wenn Du Google fragst „Wo kommt das Wort danken her?“, dann bekommst du folgendes angezeigt: Das bedeutet, das Wort „danken“ ist eng verwandt mit „(ge)denken, sich an etwas erinnern“ und in diesem Zusammenhang meint es: Wer sich an die guten Dinge, die Gott in seinem Leben getan hat, erinnert, der wird gestärkt und erkennt, dass Gott ein verlässlicher, guter Gott ist. Und das hilft bei Zweifeln im Glauben, oben durch das etwas altertümliche Wort „Wanken“ ausgedrückt. Leider erinnern wir uns länger und häufiger der negativen Dinge in unserem Leben. Geschieht uns etwas Gutes, nehmen wir es hin und vergessen es nur allzu leicht.

In Lukas 17,11-19 (Link: gerne im Original nachlesen) wird uns erzählt, dass Jesus zehn aussätzige Männer heilt. Sie flehen ihn an, ihnen zu helfen. Und er heilt sie. Doch nachdem sie wenige Zeit später merkten, dass sie geheilt worden waren, kehrt nur einer von ihnen zurück, um Jesus zu danken. Die Geschichte legt nahe, dass dieser Mensch vielleicht nicht einmal ein Jude war, wahrscheinlich ein Samariter.

Jesus kommentiert dieses Verhalten mit folgenden Worten: „Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? Hat sich sonst keiner gefunden, der umgekehrt wäre, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremdling?“

Interessanterweise wurden neun geheilt, aber möglicherweise nur einer gerettet, denn Jesus sagt zu ihm: „Steh auf und geh hin; dein Glaube hat dich gerettet!“

Warum wurde dieser gerettet?

Weil er vielleicht erkannt hatte, dass Jesus der Sohn Gottes ist (er hatte sich ja vor ihm niedergeworfen) und an ihn glaubte.

Deshalb: Schmeißen wir körperliche Heilung und Rettung durch Glauben nie in einen Topf. Es sind grundverschiedene Dinge. Körperliche Heilung ist zeitlich, Rettung durch Glauben ist ewig.

Doch zurück zum Thema:

Loben (letzter Impuls) und Danken sind eng verwandt. Bei beidem richtet sich der Blick auf Gott, ersteres betont die Person Gottes, Sein Wesen, Sein Handeln in der Welt und in der Geschichte, das Zweite Sein Handeln in der Welt und an uns. In jedem Fall macht es Sinn, mit diesen beiden Dingen im Gebet zu beginnen, weil wir dadurch die richtige Perspektive für unsere Bitten bekommen.

Denn unsere Bitten werden sich danach automatisch an die Person Gottes anpassen und nicht mehr selbstsüchtig sein. Nur dann gilt auch, was Jesus an anderer Stelle sagt: „Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, auf dass der Vater geehrt werde in dem Sohne.“ (Johannes 14,13)

Praxistipp: Schreibe Dir ab heute in so eine Art Tagebuch, was Dir Gutes geschieht durch Gott jeden Tag, so wirst Du innerhalb kurzer Zeit einen Schatz der Dankbarkeit haben, über den Du staunen wirst!

Dann wirst Du übrigens auch nicht mehr zu den neun von zehn Leuten gehören, die innerhalb kürzester Zeit vergessen, was Gott für sie getan hat.

Schaut gerne auch noch mal hier rein!

Amen

Lied: Zehn – Manfred Siebald