Gebet – Gott bitten
Heute soll es ums Bitten gehen. Aber der Vers oben fängt doch mit Sorgen an. Ja, und tatsächlich bitten wir Gott hauptsächlich um Dinge, die uns Sorgen machen, wo wir mit unserem Latein am Ende sind und nicht mehr weiterwissen. Die anderen Sachen haben wir ja selbst im Griff.
Wirklich? Wohl eher nicht. Auch das merken wir, wenn wir mit unserem Gebet mit dem Loben und Danken beginnen.
Gott möchte, dass wir nicht nur in den Dingen, die uns Sorgen machen, sondern in allen Dingen unsere Bitten in Gebet und Flehen, aber auch mit Danksagung vor Ihn bringen.
Warum das denn? Müssen wir Ihn denn informieren, was uns fehlt und was wir brauchen? Weiß Gott etwa nicht Bescheid?
Doch, natürlich tut er das. Er weiß alles, was wir brauchen und Er hat es auch.
Warum aber sollen wir dann erst bitten?
Vielleicht kann uns folgendes Detail weiterhelfen: Jesus vergleicht uns und Gott, wenn wir bitten, ab und zu mal mit Kindern, die ihren Vater bitten (Matth. 6,8, Matth. 7,9-11 und Lukas 11,10-13).
Warum tut Er das?
Weil zuerst einmal die Beziehung zwischen dem Bittenden und dem Gebetenen wichtig ist. Kinder haben Vertrauen zu den Eltern und wenn sie etwas wollen, bitten sie diese. Wir sind wie solche Kinder und unsere Bitte an Gott drückt ein Vertrauensverhältnis aus. Das ist Gott sehr wichtig.
Wir bitten und Gott ist der, der gibt? Naja, manchmal gibt Gott uns halt auch nicht. Wie ein menschlicher Vater oder eine menschliche Mutter eben auch.
Ein Kind bittet seine Eltern oft um Dinge. Manchmal auch um absurde oder schädliche Dinge. Wenn ein Kind zum Beispiel ständig nur um Süßigkeiten bittet oder es sich in den Kopf setzt, Dinge anziehen zu wollen, die nicht zur Jahreszeit passen, mit 5 Jahren einen eigenen Fernseher im Zimmer oder mit 6 Jahren ein eigenes Handy usw., dann werden wir als Eltern unseren Kindern wohl nicht jeden Wunsch erfüllen. Es liegt meistens nicht daran, dass wir die Dinge nicht haben, um die unsere Kinder bitten oder dass wir die Bitte nicht erfüllen könnten .Sondern wir wissen, dass manche Dinge nicht gut für sie sind und in unserer Fürsorge erfüllen wir manche Bitten unserer Kinder nicht, weil wir den Überblick und die Erfahrung haben. Genauso ist es bei Gott. Er hat alles, was wir brauchen, aber Er gibt es uns zu der Zeit, wenn wir es brauchen. Und manche Dinge gibt Er uns aus gutem Grund, weil Er uns kennt und weiß, was gut ist und was nicht, eben auch gar nicht. Und weil Er den Überblick hat. Aber Er möchte trotzdem wissen, was uns bewegt und was wir uns von Ihm wünschen.
Noch eine Anmerkung zu Fürbitten: Fürbitten gehen über unseren eigenen Horizont hinaus. Fürbitte für Menschen oder bestimmte andere Dinge zeigen Gott, dass wir unsere eigenen Grenzen erkennen und dennoch darüber hinausschauen. In der Fürbitte sollen wir auch beginnen, andere Menschen und Sachverhalte mit den Augen Gottes zu sehen. Das Motiv der Fürbitte sollte deshalb die Liebe und der Wunsch nach dem sein, was das Beste für den anderen ist und im Einklang mit dem Willen Gottes steht.
Amen
Lied: Wer bittet, dem wird gegeben – Feiert Jesus – Sarah Brendel