Fankultur Begeisterung für Gott zeigen? Warum eigentlich nicht?
Du zeigst mir den Weg, der zum Leben führt.
Du beschenkst mich mit Freude, denn du bist bei mir; aus deiner Hand empfange ich unendliches Glück.
Psalm 16,11
Einige von Euch wissen, dass ich BVB-Fan bin, um genau zu sein, seit der bisher erfolgreichsten internationalen Saison 1997. In diesem Jahr besiegte der BVB im ausverkauften Olympiastadion in München im CL-Finale Juventus Turin mit 3:1. Im Anschluss daran konnte sich im selben Jahr, im Dezember 1997 der BVB gegen den brasilianischen Club Cruzeiro Belo Horizonte im Finale um den Weltpokal mit 2:0 in Tokio durchsetzen.
Vom 12.-14. Mai nun durfte ich mit Sabine, meiner Schwägerin Martina und deren Mann Norbert nach Dortmund reisen (Geschenk von Familie und Freunden zu meinem 60. Geburtstag), um unter anderem am 13.05. zum ersten Mal in meinem Leben ein Spiel des BVB live im Signal Iduna Park zu erleben.
Es war gigantisch, ich war aufgeregt und voller Adrenalin und feuerte „meine“ Mannschaft kräftig an. „Nur Dank meiner Hilfe“ gewannen sie dann gegen Borussia Mönchengladbach auch mit 5:2 (😉).
Aber bei aller Begeisterung waren meine und Sabines geistliche Antennen auch auf Empfang und natürlich reflektierten wir das, was wir erlebten, danach auch vor dem Hintergrund unseres Glaubens.
81.365 Zuschauer (ausverkauft) schaffen eine enorme Atmosphäre und nur, wer so eine Großveranstaltung mal erlebt hat, kann das nachempfinden. Die Begeisterung mancher Leute für den Fußball nimmt manchmal pseudo-religiöse Züge an und auch im Rahmenprogramm glaubten wir manche Parallelen zu Gottesdiensten erkennen zu können.
Da gibt es reichlich „liturgische Teile“. Z.B. gibt es BVB-Fanlieder, die den BVB „lobpreisen“. Da gibt es die Vorstellung der Mannschaften, wenn das ganze Stadion die Namen der Spieler ruft, was ein bisschen an „Anbetung“ erinnert. Und natürlich gibt es den Stadionsprecher und ehemaligen Spieler Norbert „Nobby“ Dickel, der die Rolle eines „Predigers“ einnimmt, wenn er immer wieder die Stimmung anheizt. Und selbstverständlich wird jedes Tor mit der immer gleichen Hymne gefeiert, was mich an das „Halleluja“ im Gottesdienst erinnert.
Zugegeben, vielleicht ein bisschen weit hergeholt, aber ich dachte mir: Warum feiere ich eigentlich so selten meinen Gott und meinen Herrn Jesus so begeistert, so enthusiastisch und so offen, wie Er es verdient?
Denn wieviel mehr habe ich Grund, Gott zu feiern und anzubeten als irgendwas, das Menschen fabrizieren?
Wenn der BVB 90 Minuten sehr gut spielt (was selten genug vorkommt), bin ich glücklich und zufrieden, vielleicht hält das Gefühl noch ein, zwei Tage an, aber dann lässt das auch nach. Der Herr aber zeigt mir den Weg, der zum Leben in reicher Fülle führt. Dieser Weg gibt mir dauerhaft Sinn und Ziel.
Der BVB gibt mir Freude, weil er gut spielt und ich mich identifiziere, aber ich selbst als Mensch bin für den BVB nur insoweit interessant, dass ich als Fan evtl. mal ein Spiel besuche oder einen Fanartikel kaufe und den Verein somit mitfinanziere.
Der Herr aber ist bei mir und schenkt mir Freude, weil Er mich als Person selbst liebt und sich mit mir identifiziert. Ihm geht es nicht um Seinen eigenen persönlichen Profit, sondern um meinen Status als Sein Kind.
Mit dem BVB gehe ich kurzfristige Tauschgeschäfte ein, z.B. ein Ticket für 2 Stunden Spannung und Freude oder einen Fanartikel für was auch immer. Gott aber schenkt mir durch Jesus so viel mehr. Unverdient und ohne, dass ich etwas dafür geben muss, empfange ich aus Seiner Hand unendliches Glück.
All das erzeugt wirkliche, echte Begeisterung für den, der sie wirklich verdient hat.
Ich glaube, ich muss noch mehr an meiner Fankultur für Jesus/Gott arbeiten! 😊
Amen
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