Erfolg ohne Verfallsdatum
Letzte Woche habe ich einige ziemlich deprimierende Gedanken zum Thema Erfolg aus christlicher Sicht weitergegeben für die Leute, die dabei eine auf das rein Zeitliche beschränkte Sichtweise einnehmen. Denn wir können ja nichts von diesem Erfolg mitnehmen. Diese Aussage ist unbestritten. Diverse frühere Kulturen wie beispielsweise die Ägypter und andere versuchten zwar, durch Grabbeigaben dieses Gesetz auszuhebeln, aber wir wissen ja, was mit den allermeisten Grabbeigaben geschah ;-)
Abgeschlossen hatte ich die Andacht letzte Woche mit der Frage: Aber was kann man dagegen tun, was rät uns Jesus? Und ich habe dann die bekannte Stelle aus Matth. 6,19-20 zitiert. Da sagt Jesus, dass wir uns nicht Schätze sammeln sollen auf der Erde, sondern im Himmel.
Aber was meint Jesus mit himmlischen Schätzen? Was meint Jesus in Lukas 12,33 mit Beuteln, die nicht veralten, mit einem Schatz, der nicht vergeht?
Natürlich ist die vordergründige Botschaft die, die wir schon genannt haben. Dass man irdischen Erfolg und damit einhergehende materielle und immaterielle Reichtümer, wie Geld oder Ruhm nicht festhalten kann. In Lukas 12,34 sagt Jesus: „Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“ Damit sagt Jesus unmissverständlich, dass unser Herz an dem hängt, was uns wirklich wichtig ist, an dem, was uns wirklich im Kern ausmacht. Der Herr Jesus hat kein Problem damit, dass uns auch durchaus irdische Dinge wichtig sind. Viele sagen zum Beispiel zu ihrem Partner „Mein Schatz“, weil sie ihm oder ihr ihr Herz geschenkt haben. Aber sollte nicht für einen wirklich wiedergeborenen Christen Christus das Zentrum des eigenen Herzens sein? Falls ja, sollte das Auswirkungen haben in alle Bereiche des Lebens, auch, auch, wie ich mit persönlichem Erfolg und materiellem Besitz umgehe.
Haben wir nicht alles von Ihm? Gehört nicht in Wahrheit deshalb alles Ihm?
Jesus sagte in der „Geschichte von der Begegnung mit dem reichen Jüngling“ zu diesem: „Eins fehlt dir noch: Verkaufe alles, was du hast, und verteile es an die Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach!“ Danach jedoch lesen wir von seiner Reaktion: „Als aber der junge Mann das Wort hörte, ging er betrübt davon; denn er hatte viele Güter.“Der Herr lehnt irdischen Erfolg und irdische Güter nicht ab, Er stellt aber die Frage nach der Rangfolge der Dinge in unseren Herzen. Wenn wir unsere Priorität so setzen, dass Jesus der Herr über alle Dinge unseres Lebens sein darf, dann werden wir uns automatisch so verhalten, dass wir beginnen, Schätze im Himmel zu sammeln. Wir werden unser Geld, unsere materiellen Güter, unsere Aktivitäten, unsere Prioritäten, aber auch unser Ansehen bei Menschen und alles, was uns sonst so einfällt, unter die Herrschaft Gottes stellen. Und diese Entwicklung wird unseren Schatz im Himmel wachsen lassen. Er ist registriert und hat im Gegensatz zu allem, was irdisch ist, kein Verfallsdatum. Ich kann deshalb zwar durchaus wohlhabend sein und gleichzeitg aber trotzdem Schätze bei Gott sammeln. Aber eine solche Priorität in meinem Leben könnte auch in letzter Konsequenz dazu führen, dass meine Schätze im Himmel wachsen, während meine irdischen zur Neige gehen. Das könnte schmerzen, wäre dann aber paradoxerweise ein Erfolg, der mir erhalten bliebe. Diese Spannung, in der gerade wir Reichen stehen, meint Jesus wahrscheinlich, wenn er sagt: „Wahrlich, ich sage euch: Ein Reicher hat es schwer, in das Reich der Himmel hineinzukommen!“
Amen
Jens Völker (04.02.2023)
Der Zusammenhang ist eindeutig - Lied: Trachtet zuerst nach Gottes Reich