Ein reines Herz
Letzte Woche hatte ich einige Gedanken zum Thema „Körperpflege“ mit Euch geteilt, aber eigentlich nützt eine perfekte und äußerlich gesunde Fassade gar nichts, wenn wir unser Herz vernachlässigen, wenn es schmutzig und ungepflegt ist. Nur selten werden wir so klar und deutlich über die konkrete historische Begebenheit, die den Gedanken eines Psalms zugrunde liegt informiert wie bei diesem Psalm 51. Vers 1 und 2 informieren uns, dass dieser Psalm wie viele andere von David stammt. Hintergrund ist der Ehebruch Davids mit Bathseba, der Frau des Hethiters Urija, für dessen Tod auf dem Schlachtfeld er auch noch gerissen Vorkehrungen gesorgt hat und für den er daher voll verantwortlich war. Nathan konfrontiert David mit seiner schweren Sünde gegenüber Gott. Und David, tief betroffen und verzweifelt über sein Versagen, fleht Gott um Vergebung an und schreibt diesen Psalm. Im Verlauf des Psalms bittet er dann Gott, ihm wieder ein gereinigtes Herz und einen neuen, beständigen Geist zu schenken, der nicht mehr so leicht verführt dazu werden kann, in Sünde zu fallen. Auch wenn Urija dadurch nicht mehr lebendig wurde, so zeigt uns der weitere Verlauf des Lebens Davids doch, dass er zwar gewisse Folgen seiner Verfehlung zu tragen hatte, dass er aber dennoch ein Mann nach dem Herzen Gottes blieb, dem Gott Vergebung und einen neuen Anfang schenkte. Wenn auch unsere Sünden vielleicht nicht so groß und schwer sind wie die des David, neigen wir doch auch erst mal dazu, sie zu bedecken und für die Außenwelt unsichtbar zu machen. Das aber ist eine Sackgasse, denn erstens können wir zwar Menschen täuschen, jedoch Gott nichts vormachen. Und zweitens schaden wir uns selbst, wenn wir weiter mit unserer zwar versteckten, aber unvergebenen Schuld herumlaufen. Unser Herz kann nämlich nicht rein werden, solange wir es nicht reinigen lassen von der Sünde durch die vergebende Barmherzigkeit Gottes.
Ein unreines Herz erzeugt einen unreinen Geist. Ein unreiner Geist erzeugt unreine Gedanken. Unreine Gedanken erzeugen unreine Worte und unreine Taten. All das zerstört unsere Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott und auch untereinander. Unser Herz ist der Ausgangspunkt von allem. Auch der Sohn Davids, der weise König Salomo, wusste das. In seinen Sprüchen finden wir in Kapitel 4,23 deshalb folgenden Ratschlag: „Mehr als alles andere behüte dein Herz, denn von ihm geht das Leben aus!“ Ein reines Herz können wir uns nicht selbst schaffen, die Baustelle ist für uns zu groß. Wir wissen aber, an wen wir uns in dieser Sache wenden können. Wenn wir wirklich bereuen und unsere Sünde zum Kreuz bringen, wird Gott uns vergeben und einen neuen Anfang mit uns machen. Wenn Er aber in uns ein reines Herz geschaffen hat, dann sollten wir Gott auch bitten, unseren Geist mit dem Seinen zu erfüllen, damit wir die Kraft und den Willen haben, auf die bleibende Reinheit unseres Herzens zu achten und diese zu einer Priorität unseres Lebens zu machen. Wer aber ein reines Herz hat, darf sich glücklich preisen, denn er wird einmal Gott anschauen dürfen (nach Matth. 5,8). David bittet daher um ein reines Herz und einen neuen, beständigen Geist. Auch wir brauchen beides notwendig Mögen wir uns darin ein Beispiel nehmen an David!
Amen
Lied: Keith Green – Create in me a clean Heart