Ein Gott, der dich sieht (Jahreslosung 2023)
Die Vorgeschichte der Jahreslosung 2023 ist eine verworrene Beziehungsgeschichte. Eine Geschichte von Enttäuschung, Verzweiflung, einer kreativen Lösung, die mehr Probleme schafft als sie löst, Missbrauch, Neid, Missgunst, Überheblichkeit, Machtkämpfe, Flucht (Lest gerne das ganze Kapitel 16 des 1. Buches Mose)!
Darin verwickelt: Drei Menschen, die alle ihre Schuld zu diesem Beziehungswirrwarr beitragen.
Darf ich vorstellen?
Sarai (die spätere Sara), Abrams Frau: Die eigentliche Drahtzieherin
Abram (der spätere Abraham): Ein Patriarch, der sich vor der Verantwortung drückt.
Hagar: Das Opfer, das aber auch nicht ganz unschuldig ist.
Wie sagt man bei Beziehungsstress manchmal?
Es ist kompliziert! Die Geschichte endet damit, dass Hagar von Sarai gedemütigt wird und in die Wüste flieht bis zu einer Wasserquelle an einem Weg. Da heißt es in Vers 7: „Aber der Engel des HERRN fand sie.“
Wer ist der Engel des Herrn? Es ist die Verkörperung des Sohnes Gottes vor Seiner Menschwerdung. Zu dieser spannenden Behauptung und steilen These gibt es für Interessierte einen Anhang.
Wer findet, der hat vorher gesucht. Wer jemanden finden will, der fortgelaufen ist, muss ihm vorher nachgegangen sein.
„Der Engel des Herrn“ hat Hagar gesucht und ist ihr deshalb nachgegangen. Es entwickelt sich ein Gespräch, in dessen Verlauf deutlich wird, dass es Gott selbst ist, der mit ihr spricht und ihr die Zukunft ihres noch ungeborenen Sohnes verheißt. Dass die Person des Engels eine Erscheinung Gottes ist, merkt man auch dem Namen, den Hagar nennt: El-Roi, ein Gott, der (mich) sieht.
„Der Engel des Herrn“ tadelt Hagar nicht, sondern Er interessiert sich für sie, macht ihr Mut und tröstet sie mit dem Zuspruch großer Verheißungen und Möglichkeiten.
Ich weiß nicht, wie es Dir geht, wenn Du an das vergangene und das kommende Jahr denkst.
Vielleicht hattest oder hast Du auch Beziehungsstress. Vielleicht hast Du auch das ein oder andere falsch gemacht oder du fühltest oder fühlst dich Situationen ausgesetzt, unter denen Du leidest, die Du aber selbst nicht zu verantworten hast. Vielleicht fehlt Dir die richtige Wahrnehmung durch Menschen, du fühlst dich falsch beurteilt, zurückgesetzt oder der Willkür von Menschen ausgesetzt, so wie Hagar der Willkür Sarais ausgesetzt war.
Dazu sagt uns die Jahreslosung: Es gibt einen Gott, der Dich auch im Jahr 2023 sieht. Es gibt einen Gott, der Dir nachgeht. Jesus schaut in Dein Herz und kennt Hintergründe, Beweggründe, Situationen und Absichten. Dieser Gedanke mag Dir nicht in jedem Fall sofort angenehm oder sympathisch sein.
Aber bedenke, lass Dich trösten und Dir zusprechen: Er liebt Dich. Er meint es gut mit Dir. Er möchte Dir vergeben, Dich aufrichten und weiterführen. Er sieht nicht nur das Vergangene, sondern Er kennt auch Deine Zukunft. Vor allem sieht Er eine Zukunft für Dich und Deine Möglichkeiten. Möglichkeiten der Entwicklung und Chancen, die mit Ihm und im Vertrauen auf Ihn für Dich überhaupt erst möglich sind.
Gott ist ein Gott, der uns sieht. Wir sind Ihm nicht egal. Es lohnt sich, Ihm zu vertrauen und auf Sein Wort zu hören.
Auch 2023 wird es wieder manches Mal rumpeln oder holprig in unserem Leben sein.
Dann erinnere dich daran! „Gott ist ein Gott, der dich sieht“. Aber nicht nur dann. Am allerbesten ist es, jeden neuen Tag in Verbindung mit Ihm zu leben.
Wie es Psalm 27,8 ausdrückt: „Mein Herz hält dir vor dein Wort: »Sucht mein Angesicht!« Dein Angesicht, o HERR, will ich suchen.“
Amen
Jens Völker (07.01.2023)
Lied: – Der mich sieht – YADA Worship - https://www.youtube.com/watch?v=3Xkofd3XyVM
Es gibt heute aus dem Impuls heraus >> ausnahmsweise (für Interessierte) << einen theologischen Anhang → Einige kurze Anmerkungen und Links zu den Namen Gottes, der Dreieinheit Gottes und dem Engel des Herrn
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Einige kurze Anmerkungen und Links zu den Namen Gottes, der Dreieinheit Gottes und dem Engel des Herrn
Namen Gottes:
Gott begegnet uns in der Bibel mit unterschiedlichen Namen. Die Namen sind zumeist aus zwei Worten für Gott zusammengesetzt. Das erste Wort lautet fast immer El (vgl. hebr.: El = Singular, Elohim = Plural; die Pluralform findet sich auch beim Bericht der Schöpfung: „Am Anfang schuf hebr. Elohim...“; es waren also mindestens zwei Personen aktiv und „…der Geist Gottes schwebte über den Wassern.“), oder Jahwe („Ich bin da“). Adonai entspricht Jahwe und hat einen anderen Hintergrund.
In Kombination zu den beiden Namen „El“ und „Jahwe“ kommt noch ein zweites Wort hinzu, das den Charakter oder das Wesen Gottes ausdrückt, häufig in Kombination zur jeweiligen Situation wie im Beispiel der o.g. Geschichte El Roi, „Gott, der Gott, der (mich) sieht“, der Geschichte der ägyptischen Sklavin Sarais, Abrams Frau, mit Namen Hagar.
Übrigens: Alle hebräischen Namen mit der Silbe „el“ haben einen Gottesbezug, so bedeutet beispielsweise Dani-el „Gott ist mein Richter“ oder Micha-el „Wer ist wie Gott?“ oder wie bei Isma-el „Gott hört“.
Eine gute Darstellung und Zusammenfassung von Namen Gottes findet sich in einem Artikel von Alfred Dannecker auf der Webseite des ERF (Evangeliumsrundfunk) Link → https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/gottes-visitenkarte/2803-542-3396
Eine vollständige Zusammenfassung hier ( größer machen mit Tasten-Kombi) „STRG +“ )
Dreieinheit Gottes
Die Dreieinheit Gottes, auch Dreieinigkeit genannt, ist ein göttliches Konzept, welches außerhalb unseres Erfahrungshorizontes und unserer Erlebniswelt als Menschen liegt, das uns aber immer wieder in der Bibel bezeugt wird. Sie ist ein biblisches Konzept und gehört gleichzeitig zum absoluten Kern des christlichen Glaubens. Dabei wird deutlich, dass der Sohn unterschieden werden muss vomVater, der Vater vom Geist und der Geist vom Sohn. Aber alle drei sind Gott und wesensgleich.
Es gibt eine bekannte grafische Darstellung dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Trinit%C3%A4t
Auch im Glaubensbekenntnis bezeugen wir dieses Konzept der Dreieinheit Gottes. Die Dreieinheit bedeutet auch, dass alle Attribute Gottes, die wir beim Vater kennen, glauben und bezeugen, auch auf den Sohn und den Heiligen Geist angewendet werden können.
Der Sohn ist also ebenso wie Vater und Heiliger Geist ewig als Person. Da uns als Christen hauptsächlich Gott, der Sohn, als der Jesus bekannt ist, der vor 2000 Jahren als Mensch geboren wurde und Sein Leben für uns gab, übersehen wir leicht, dass Er auch vor Anbeginn der Welt war und ebenso wie der Vater ewig war, ist und sein wird, also weder Anfang noch Ende hat. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der sogenannten Präexistenz Jesu.
Als gleichzeitig wahrer Mensch und ewiger Gott konnte Er mit den Pharisäern und Schriftgelehrten diskutieren und aus dieser Position heraus sagen: „Ehe Abraham war, bin ich.“ (Johannes 8,58).
Diese Aussage des Herrn bringt die Pharisäer und Schriftgelehrten komplett aus der Fassung, denn diese fünf Worte weisen doppelt auf Jesus als Gott hin.
Erstens durch die Verwendung der Zeitformen im Zitat beim Bezug auf Abraham, der zur Zeit Jesu schon fast 2000 Jahre gestorben war. Dies unterstreicht deutlich die Präexistenz Jesu, die ja ein exklusives Attribut Gottes ist.
Zweitens verwendet Jesus die Wortkombination „ich bin“, mit dem sich auch Gott Mose am brennenden Dornbusch offenbart. Jahwe bedeutet ja so viel wie „Ich bin da“, wobei die Zeitform in Jahwe im Hebräischen austauschbar ist und damit ebenfalls auf das Ewigkeitsattribut Gottes hinweist.
Als Mose Gott fragt, wer ihn senden würde, entwickelt sich folgender Wortwechsel (Elberfelder): „Mose aber antwortete Gott: Siehe, wenn ich zu den Söhnen Israel komme und ihnen sage: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie mich fragen: Was ist sein Name?, was soll ich dann zu ihnen sagen? Da sprach Gott zu Mose: »Ich bin, der ich bin.« Dann sprach er: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: ⟨Der⟩ »Ich bin « hat mich zu euch gesandt.“ (2. Mose 3,13-14)
Übrigens erscheint in dieser Geschichte kurz vorher Gott dem Mose aus dem Dornbusch sichtbar als „Der Engel des Herrn“ (2. Mose 3,2+4). Wir werden gleich noch sehen, dass „Der Engel des Herrn“ eine sichtbare Erscheinung Gottes auf der Erde ist mit einer ganz besonderen Identität.
Der Engel des Herrn
Wer ist diese rätselhafte Figur „Der Engel des Herrn“?
Fast alle bibeltreuen Ausleger sind sich darin einig, dass uns der Herr Jesus auch vor Seiner Geburt und Menschwerdung in Bethlehem bereits im Alten Testament an mehreren Stellen in sichtbarer, körperlicher Form begegnet. Und zwar in der Gestalt „Der Engel des Herrn“. Hierbei spielt die Verwendung des bestimmten Artikels „der“ für den Engel eine ganz besondere Rolle bei der theologischen Eingrenzung und Einordnung seiner Identität. Die Formulierung bezeichnet einen besonderen „Engel“, der sich in vielen Fällen erheblich unterscheidet von den sonstigen Engeln (siehe auch die untenstehenden Links), die entweder mit Namen bezeichnet werden oder mit einem unbestimmten Artikel („ein Engel des Herrn“).
Ich persönlich stimme mit den Auslegern überein, die plausibel schlussfolgern, dass „Der Engel des Herrn“ niemand anderes ist als der Sohn Gottes, der uns vom neuen Testament her als der Herr Jesus bekannt ist.
Gute Darstellungen und stichhaltige, schlüssige Begründungen für diese theologische Sichtweise habe ich hier gefunden:
Link: 1
Link: 2
Link: 3
Jens Völker (07.01.2023)