Die seltsame Faszination der schlechten Nachricht Gute Nachrichten interessieren irgendwie kaum jemanden

Die Bibel platzt fast von guten Nachrichten für böse Menschen

Corrie ten Boom

Letzte Woche habe ich mit Euch über die „Gerüchteküche“ nachgedacht und heute und nächste Woche wollen wir mal beim Thema Nachrichten ein wenig verweilen. Klar, viele Gerüchte enthalten viel Fake und wenig Wahrheit. Aber: Schon, wenn man über Gerüchte nachdenkt, fällt auf: Fast alle Gerüchte enthalten schlechte „Nachrichten“ und ganz viel Negatives.

Oder habt ihr schon mal folgendes Gerücht gehört, das euch geheim, konspirativ und unter dem Siegel der Verschwiegenheit anvertraut wird: „Hast du schon gehört, dass Jens jetzt 33 Jahre mit Sabine verheiratet ist und immer noch glücklich sein soll?“ Oder: „Übrigens, ich habe mitbekommen, dass Sandra ihre Prüfung erfolgreich bestanden hat und jetzt von der Firma XY unbefristet übernommen wurde? Aber versprich mir: Sag’s nicht weiter!“

Mal ehrlich, wen interessiert das? Gute Nachrichten sind uninteressant, aber von schlechten Nachrichten geht eine seltsame Faszination aus. Und wenn man daraus noch ein saftiges Gerücht fabrizieren kann, umso besser.

Klar, auf dieser Welt passiert viel Negatives, zu viel Negatives. Aber es passiert auch viel Positives. Jedoch wird über das Positive wenig berichtet. Warum ist das so? Naja, die Leute sind schlechte Nachrichten halt gewohnt, schlechte Nachrichten sind auch interessanter und was interessant ist, verkauft sich besser. Aber ich stelle auch fest:Die ausschließliche Auseinandersetzung mit negativen Nachrichten macht was mit uns, mit unserer Kultur, mit unserem Umgang miteinander. Und am Ende beginnen wir, jeder guten Nachricht, die wir hören und die uns doch erreicht, zu misstrauen.

Ich möchte da für mich einen Gegentrend setzen und für etwas Ausgewogenheit in mir sorgen. Ich möchte die schlechten Nachrichten nicht ignorieren, aber ich will auch das Positive wahrnehmen. Denn wenn ich mich selbst nur mit Negativem füttere oder füttern lasse, dann werde auch ich selbst negativ. Und wenn ich lange genug negativ beeinflusst bin, dann fühle, denke, spreche und handle ich negativ. Gesund ist das nicht. Weder für mich noch für die Menschen um mich herum.

Aber ich bin nicht nur Mensch, sondern auch Christ. Dem Titel dieses Impulses habe ich deshalb ein Zitat von Corrie ten Boom, niederländische Christin und Judenretterin im Dritten Reich, entgegengesetzt. Sie meinte: „Die Bibel platzt fast von guten Nachrichten für böse Menschen.“

Daran möchte ich mich orientieren. Ich möchte den schlechten Nachrichten weniger Raum in meinem Leben lassen und dafür mehr Gutes wahrnehmen, ohne den Blick für manche Realitäten zu verlieren. Vor allem aber möchte ich regelmäßig mit Gottes Wort verbunden bleiben und immer mehr den Schatz der guten Nachrichten darin für mich  entdecken, verinnerlichen und in meinem Leben umsetzen.

Und ich möchte die guten Nachrichten von Gott mit anderen Menschen teilen, zum Beispiel mit Euch durch die Samstagsimpulse, aber auch in meinem ganz normalen Leben. Mit Diedelsheimer Mitbürgern, mit Nachbarn, mit Kollegen, mit Freunden. Ich glaube, es gibt gute biblische Gründe für ein solches Verhalten und sogar direkte Aufträge diesbezüglich, die Jesus seinen Jüngern  und auch uns Christen heute gibt.

Deshalb wünsche ich mir, dass alle, die den guten Nachrichten in Gottes Wort glauben, hinausgehen und diese guten Nachrichten in eine Welt tragen, die bisher viel zu sehr auf schlechte Nachrichten fixiert ist.

Amen

© Jens Völker / Verwendung für gemeindliche oder missionarische Zwecke ausdrücklich erlaubt

Lied: Gute Nachrichten – Florian Künstler