Die Sache mit den Gläsern Von Pessimisten, Optimisten und hoffnungsvollen Realisten
Die Bedrängnis bewirkt Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung; die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden.“ (Römer 5,3-5)
Schau dir bitte mal die beiden Gläser im Titelbild an! Es ist Sommer und du hast Durst. Ich sage zu dir: „Komm, wir trinken ein Glas Wasser, such dir ein Glas aus, welches willst du? Was würdest du antworten?“
Es gibt nur drei Möglichkeiten. Entweder du antwortest gar nichts und nimmst dir einfach ein Glas und stillst deinen Durst. Eine Person würde vielleicht antworten: „Ist doch egal, die beiden Gläser sind doch gleich voll.“ Oder jemand anderes würde sagen: „Ist doch egal, die beiden Gläser sind doch gleich leer.“
Sind nun die Gläser gleich voll oder gleich leer? Es kommt auf die Betrachtungs-weise an, bzw. wie wir gerade innerlich drauf sind. Sind wir gerade eher Pessimisten oder Optimisten? Oder sind wir Realisten, nehmen das Leben mit Gleichmut hin, sind es zufrieden und nehmen einfach ein Glas und trinken es?
Wenden wir das Bild einmal weiter auf das normale Leben an! Kennst du auch diese „Glas halb voll“- und „Glas halb leer“-Typen? Normalerweise lassen die Leute vor allem ihren Pessimismus nicht so offen raus. Aber man merkt es schon im Gespräch und wenn man Leute näher kennt, oder? Doch so richtig finden wir die wahren Einstellungen meist in den soge-nannten sozialen Netz-werken, wenn im Schutz einer gewissen Anonymität die Fassa-den fallen und die Leute rauslassen, was sie wirklich von den Dingen und voneinan-der halten. Da merke ich: Es gibt wirklich jede Menge Pessimisten da draußen und die sind oft sehr laut und aggressiv.
Ich frage mich manchmal: Was befeuert denn diesen oft grenzenlosen Pessimismus, diese Lust am Schlechtreden abseits jeder berechtigten Kritik an vielen Zu- und Umständen? Was treibt die Leute an, ihren Pessimismus mit so viel Aggressivität zu äußern?
Klar, das Leben ist kein Ponyhof und es spielt uns mal gute, mal schlechte Karten in die Hand. Ob mein Glas halb voll oder halb leer ist, hängt oft auch von den Umständen ab und ist keine reine Illusion. Wir sollten unser Glas deshalb nicht durch psycho-logische Kunstgriffe künstlich ganz leer oder ganz voll denken oder reden, sondern wir sollten uns den Realitäten schon stellen, oder?
Ich glaube, das beste Mittel gegen ausufernden Pessimismus ist begründete Hoffnung. Oft haben wir Grund zur Hoffnung. Und die erfüllt sich halt manchmal oder auch nicht, je nachdem, welche Umstände gerade vorherrschen. Wir brauchen also eine Hoffnung, die unabhängig ist von den Umständen. Aber wo finden wir die und wo hat sie ihren Grund?
Christen finden diese Hoffnung in Christus. Die Bibel macht an vielen Stellen deutlich, dass Christus der Grund aller Hoffnung ist, die wir haben können und die unabhängiger macht von den jeweiligen Umständen. Manchmal brauchen wir in den Umständen allerdings auch etwas Geduld. Wer die nicht aufbringt, kann in Bedrängnis auch leicht zerbrechen. In Römer 5,3-5 stehen aber interessante Aussagen: „Die Bedrängnis bewirkt Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung; die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden.“
Wer diese Kette durchhält, muss sich das Glas nicht künstlich volldenken, sondern kann sagen: „Ja, mein Glas ist im Moment halb leer, aber meine Hoffnung ist in Christus. Jesus hat mich errettet, er liebt mich und Gott wird für mich sorgen und mein Glas wieder füllen.“
Und deshalb sind Christen weder weltfremde Optimisten noch zu Boden betrübte Pessimisten, sondern Christen sind hoffnungsvolle Realisten.
Und ganz am Ende kann ein Christ auf sein Leben blicken, sehen, was Jesus für ihn getan hat und wie David möglicherweise sagen: „Mein Becher fließt (floss) über“ (Psalm 23,5)
Amen
© Jens Völker / Verwendung für gemeindliche oder missionarische Zwecke ausdrücklich erlaubt