Das Geheimnis der Errettung Israels – Römer 11,25-35
Heute kommen wir mit Römer 11,25-36 zum Abschluss eines Kapitels im Römerbrief, das uns viele Wahrheiten über Gottes Pläne mit Israel, uns selbst und unser Verhältnis als Christen zu den Juden enthüllt. Wenn wir als Christen nun den Herrn als unseren Retter und Herrn anhand der Bibel erkannt und angenommen haben und die allermeisten Juden (noch) nicht, könnte es sein, dass wir uns fälschlicherweise für klug halten. Damit dies nicht passiert, setzt uns Gott über folgendes noch in Kenntnis. Paulus nennt diese Information, die er von Gott hat, ein Geheimnis, etwas, was uns bis zu diesem Zeitpunkt verborgen war von den Plänen Gottes. Die Blindheit der Juden geschah durch ihre Verstockung in Bezug der auf Jesus im Alten Testament gegebenen Verheißungen. Sie ist aber nur temporär und wird genau solange andauern, bis „die Vollzahl der Heiden eingegangen ist“.
Das heißt: Gott kennt eine Zahl von Heiden, also Nichtjuden, die sich bekehren werden. Wenn die erreicht ist, wird Er das Heilskapitel der Gemeinde abschließen und sich wieder Israel zuwenden. Diese Zahl der echten Gläubigen aus den Nationen wird dann in ihre himmlische Heimat entrückt werden. (Joh. 14,1-3, 1.Thess. 4,13-18, 1. Kor. 15,51-53, insgesamt gibt es 23 Bibelstellen mit Hinweisen und Informationen dazu. Fragen: bitte Privatnachricht)
Das bedeutet aber nicht, dass sich dann ganz Israel bekehren wird. Mit ganz Israel meint die in Vers 26 zitierte Stelle aus Jesaja 59,20 nur das ganze, dann gläubige Israel. Das heißt: Alle Juden, die sich in der Folge zum Herrn bekehrt hatten.
Gott hat beide, Juden und Heiden, geprüft und Unglauben gefunden. Und beide hat Er für gewisse Zeiten im Unglauben verschlossen. Aber beiden möchte Er sich auch in Liebe und Barmherzigkeit wieder zuwenden, wenn sie und wir wieder zu Ihm zurückkehren. Und der Weg, der entscheidende Faktor dieser Rückkehr ist für alle Christus, den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit, anzunehmen.
Gott hat diesen Seinen Heilsplan schon vor Grundlegung der Welt erdacht und geplant. Und Er führt ihn nun im Laufe der Weltgeschichte Schritt für Schritt aus. Nicht mit uns allen als an den Schnüren eines Marionettentheaters aufgehängte Puppen, die keine eigene Entscheidungsmöglichkeit haben, sondern im vorherigen Wissen durch Seine Allwissenheit, welche Menschen wie reagieren und sich entscheiden werden.
Und die, welche nicht von ihrer Volkszugehörigkeit her, sondern durch den Glauben zu Kindern Abrahams geworden sind, Juden wie auch Heiden, hat Er in seinem Vorherwissen erwählt.
Was ist der Status quo? Wenn wir heute auf Israel und das jüdische Volk schauen, müssen wir so auf sie schauen, wie Paulus, selbst ein Jude, im Geist Gottes auf sie schaut und es den Römern damals und uns heute erklärt. Er schreibt:
„Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um euretwillen, hinsichtlich der Auserwählung aber Geliebte um der Väter willen.“
Denn Gottes Verheißungen, seine Gnadengaben und seine Berufungen für Israel wird Er nicht zurücknehmen. Wenn wir darüber nachdenken, dann können wir nur staunen und mit Paulus in den ab Vers 33 formulierten abschließenden Lobpreis einstimmen:
„O welche Tiefe des Reichtums sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Gerichte, und wie unausforschlich seine Wege! Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, dass es ihm wieder vergolten werde? Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Ehre in Ewigkeit!
Amen“
Lied: Das ist mein König – Tobias Hundt