Abschied und Freude Die Jünger im Wechselbad der Gefühle

Er führte sie aber hinaus bis gegen Betanien und hob seine Hände auf und segnete sie. Und es geschah, während er sie segnete, schied er von ihnen und wurde hinaufgetragen in den Himmel. Und sie warfen sich vor ihm nieder und kehrten nach Jerusalem zurück mit großer Freude; und sie waren allezeit im Tempel und priesen Gott.

Lukas 24, 50-55

Vorgestern haben wir eines besonderen Feiertags, der Himmelfahrt Jesu,  gedacht, von manchen auch „Vatertag“ genannt und als solcher begangen (siehe auch Impuls dazu von 2021 😉).

Wusstet ihr, das von allen vier Evangelien nur das Lukasevangelium die Himmelfahrt des Herrn als sichtbares Ereignis schildert?

Der normalerweise an Himmelfahrt verwendete klassische Text dazu steht ja in Matth. 28,16-20. Außerdem wird von der sichtbaren Himmelfahrt ebenfalls nochmal in der Apostelgeschichte von Lukas, der allerdings als bester Historiker der Evangelisten gilt, berich-tet. Also berichtet nur Lukas zweimal von dem Ereignis als sichtbare Begebenheit, obwohl er selbst gar nicht dabei war. Wir dürfen aber trotzdem annehmen, dass gerade er als Nichtzeuge bei den Augenzeugen gewissenhaft recherchiert hat, er ist auch sonst sehr vertrauenswürdig in all seinen Aufzeichnungen und es gibt für uns auch gar keinen Grund, an der Tatsache der sichtbaren Himmelfahrt Jesu zu zweifeln.

In den o.g. Versen lesen wir, dass der Herr die Jünger segnete und dann in den Himmel hinaufgetragen wurde, während die Jünger sich vor ihm niederwarfen.

Was mich überrascht hat, ist, dass die Jünger mit großer Freude nach Jerusalem zurückkehrten. Ich hätte erwartet, dass sie traurig waren.

Warum aber freuten sie sich?

Ich denke, der erste Grund ist folgender: Jesus hatte ihnen den Plan Gottes enthüllt, wonach die ganze Welt die Möglichkeit erhalten sollte, durch den Glauben an den Herrn Jesus und das, was Er für uns getan hat, gerettet zu werden. Und dass es zu diesem Zweck zielführender ist, wenn Er in den Himmel zurückkehrt, Gott aber wenige Tage später den Heiligen Geist senden wird, durch den der Vater und der Sohn Wohnung in jedem Gläubigen weltweit und zu allen Zeiten nehmen. Dies klingt auch in den erwähnten Versen in der Apostelgeschichte an.

 Der zweite Grund für die Freude der Jünger war der, dass die Engel ihnen gesagt hatten, Er werde wiederkehren. Und wenn auch nicht zu ihren Lebzeiten, so waren sich doch alle ihrer eigenen Auferstehung bewusst und gewiss und sich darin einig, dass sie den Herrn spätestens im Himmel wiedersehen würden.

Es wird aber klar, dass schon zu diesem Zeitpunkt die Jünger nicht mehr die verängstigte Schar waren, die sie noch 40 Tage vorher gewesen waren. Sie hielten sich auch nicht aus Angst noch weitere 10 Tage verborgen, sondern sie vertrauten dem Wort des Herrn und warteten von nun an geduldig auf den Empfang des Heiligen Geistes. Dennoch gingen aber auch raus und priesen Gott im Tempel.

Welches Gefühl wird in dir ausgelöst, wenn du an die Himmelfahrt Jesu denkst?

Ist das Ganze nur eine schöne, vielleicht erfundene Geschichte für dich,  die lange her ist und mit deiner Lebensrealität heute nichts mehr zu tun hat?

Oder bist du dir deiner eigenen Auferstehung gewiss und wartest geduldig, aber tätig auf das Wiederkommen des Herrn zu deinen Lebzeiten oder auf das Schauen und Anbeten im Himmel?

Und welche Rolle spielt der Heilige Geist in deinem Leben?

Hast du Ihn? Kennst du Ihn?

Dämpfst du ihn oder gibst du Ihm Raum in deinem Leben und lässt du dich von ihm erfüllen?

Fragen über Fragen. Um einige davon kümmern wir uns dann im Samstagsimpuls für Pfingsten 😊

Amen

Lied: Schaut nicht hinauf, der Herr ist hier bei uns

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