Abrahams Prüfung – Ein Hinweis auf Jesus

Letzte Woche haben wir die ziemlich schockierende Geschichte gehört, als Gott Abraham gebot, seinen einzigen, geliebten Sohn Isaak zu opfern (gerne nochmal hier vorlesen lassen).

Und es blieben, wie nicht anders zu erwarten, für uns einige Fragen offen, unter anderem die, ob die Geschichte auch für uns heute etwas zu sagen hat.

Zunächst einmal fällt mir auf, dass Abraham, obwohl bestimmt geschockt, sich nicht verweigert, sondern am nächsten Morgen mit Isaak und zwei Knechten loszieht. Keine Rebellion und kein Hinauszögern, kein Feilschen und Verhandeln mit Gott wie vor der Zerstörung von Sodom und Gomorrha (1. Mose 18,16-33). Ich bin mir sicher: Das hatte einen besonderen Grund.

Abraham wird in der Bibel zweimal der Freund Gottes genannt, einmal sogar von Gott selbst (Jesaja, 41,8; Jakobus 2,23). Einem richtigen Freund vertraut man. Der Glaube, der Abraham als Gerechtigkeit von Gott angerechnet wurde, beruhte auf Vertrauen (Römer 4,3; Jakobus2,23; Galater 3,6). Wie sehr Abraham Gott vertraute, lesen wir in unserem Text anhand einer scheinbar unbedeutenden, unauffälligen Stelle.

In Vers 5 heißt es: „Da sprach Abraham zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel, ich aber und der Knabe wollen dorthin gehen und anbeten, und dann wollen wir wieder zu euch kommen.“

Wie? Abraham und Isaak wollten wiederkommen? Wollte Abraham Zeit gewinnen? Wollte er die beiden vielleicht schon unruhig gewordenen Knechte beruhigen?

Denn es fehlte das Opfertier. Isaak selbst fragt ja seinen Vater auf dem Weg auf den Berg danach (Vers 7). Diese scheinbare Lüge eines resignierten Vaters hätte kurze Beine gehabt. Denn spätestens, wenn Abraham alleine zurückgekommen wäre, wäre sie aufgeflogen.

Nein, der Grund war ein anderer: Abraham glaubte, dass Gott noch eine Lösung schenken oder dem Isaak das Leben nach der Opferung wieder geben könnte. Es musste so sein, denn, das wusste Abraham und das dürfen auch wir wissen: Gott macht seine Verheißungen niemals rückgängig.

Aber warum diese Geschichte? Gott war der Freund Abrahams. Einem Freund vertraut man an, was man tun will.

Ich bin mir sicher, dass Gott dem Abraham prophetisch die Parallelen zu einem Geschehen zeigte, das zweitausend Jahre später auf Golgathageschehen würde. Denken wir daran: Das Kreuz Jesu steht zeitlich genau zwischen der Zeit Abrahams und unserer Zeit heute. Die Geschichte wurde lange vor der Zeit Jesu dokumentiert.

Schauen wir nun auf einige Parallelen!

Abraham sollte seinen einzigen, geliebten Sohn opfern, doch Gott griff aus Barmherzigkeit ein und verhinderte die Opferung, auch, um Seine Verheißung für Abraham erfüllen zu können. Gott selbst aber opferte Seinen einzigen geliebten Sohn für uns, doch da verhinderte Er die Opferung nicht. Auch diesmal aus dem gleichen Grund: Um die Verheißung für uns zu erfüllen. Wie Abraham die Knechte zurückließ, so blieben auch die Jünger bei dem Geschehen auf Golgatha zurück. Jesus hatte ihnen aber versprochen, am dritten Tag aufzuerstehen.

Wie Isaak das Holz für seine eigene Opferung auf den Berg trug, so trug auch Jesus sein Kreuz nach Golgatha. Bei der Opferung, die Abraham durchführte, ersetzte ein Widder den Isaac. Nicht umsonst nennt Johannes Jesus das Lamm Gottes. Das waren nur einige Parallelen, weitere findet ihr z.B. hier auf Seite 6.

Wie gut für uns heute, dass Gott das Opfer seines geliebten Sohnes nicht wie bei Abraham verhinderte! Mit diesem Opfer und warum es nötig war, wollen wir uns nächste Woche abschließend beschäftigen.

Amen

Lied: Ich werd dir vertrauen – Nastja (Trust in you – Lauren Daigle)