Abraham – Prüfung für den Gehorsam

In zwei Wochen haben wir Ostern. Aber aktuell befinden wir uns noch in der Passionszeit. Und deshalb mute ich Euch heute mal einen etwas längeren Text (1. Mose 22,1-19) zu, der vielleicht den einen oder die andere auch etwas schockieren wird.

Ich habe ein kleines Video gemacht und auf meinem Youtube-Kanal abgestellt und bitte Euch, Euch den Bibeltext hier vor dem Weiterlesen einfach mal vorlesen zu lassen.

Von Abraham, einem Mann, der vor ungefähr 4000 Jahren lebte, berichtet uns die Bibel von 1. Mose 12 bis 1. Mose 25. 13 Kapitel lang erfahren wir, wie der ursprünglich aus Ur, dem heutigen Irak stammende Abraham auf Geheiß Gottes aus Haran, im heutigen Syrien gelegen, in das von Ihm verheißene Land Kanaan gesendet wird.

Abraham gilt als Vater des Glaubens, auch Hebräer 11,8-12 im neuen Testament erwähnt seinen auch für uns exemplarischen Glauben. Abraham war 75 Jahre, als er loszog. Und Gott machte ihm unglaubliche Verheißungen, auch für die ferne Zukunft. Die Geschichte von Abraham ist hochspannend und ich kann nur empfehlen, sich mal in die genannten Kapitel zu vertiefen.

Eine dieser Verheißungen betraf einen leiblichen Sohn, der die Voraussetzung dafür war, dass Gott die Segenslinie weiterschreiben und damit die noch in der Ferne liegenden Verheißungen bis zum heutigen Tag wahrmachen konnte. Aber der versprochene Sohn wollte und wollte nicht kommen und die schlussendliche Schwangerschaft Saras, der Frau Abrahams war ein von Gott gewirktes biologisches Wunder. Als der verheißene Sohn Isaak endlich kam, waren nämlich Sara 90 und Abraham 100 Jahre alt. Abraham und Sara liebten Isaak sehr und Abraham lehrte ihn alles über den liebenden und fürsorgenden Gott. Alles schien in bester Ordnung, bis – nun ja, bis zu dem Tag, als Gott Abraham einen Befehl gibt und ihm etwas auch für uns Unglaubliches zumutet.

Hören wir nochmal hin (1. Mose 22,2): „Und er sprach: Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebhast, Isaak, und geh hin in das Land Morija und bringe ihn dort zum Brandopfer dar auf einem der Berge, den ich dir nennen werde!“

Was? Wie? Hat Abraham richtig gehört?

Menschenopfer waren bei anderen Völkern in der Region damals durchaus üblich, aber das waren grausame, wenn auch erfundene Götter, und diese Völker waren im Götzendienst gefangen und kannten nicht wie Abraham den wahren, lebendigen Gott.

Gott hatte sich doch immer liebevoll gezeigt.

Warum nun eine solche scheinbar sinnlose Aufforderung? Was bezweckte Gott damit? Er würde ja dadurch selbst alles zunichtemachen, was Er selbst mit Abraham begonnen hatte.

Wie mag sich Abraham gefühlt haben? Was sollte das? Sein Vertrauen und sein Glaube an Gott wurden sicherlich bis in Mark erschüttert.

Und doch staunen wir über Abraham, dass er dem Befehl Gottes folgt und am nächsten Morgen mit Isaak und zwei Knechten loszieht. Er wusste ja zu diesem Zeitpunkt noch nicht wie wir heute, dass die Sache letztendlich gut ausgeht, Gott Seinen eigenen Befehl nicht ausführen lässt und sogar für ein Ersatzopfer sorgt.

Aber was bezweckte Gott nur durch diesen Befehl? Wollte Er nur Abraham einer ziemlich krassen Prüfung unterziehen oder steckte mehr dahinter, vielleicht sogar auch für uns heute?

Denkt mal die nächste Woche über die Geschichte nach und dann wollen wir versuchen, an den nächsten beiden Samstagen etwas Licht in die Sache zu bringen!

Amen

Lied: Ich hebe die Augen auf zu den Bergen – Lothar Kosse