4. Advent – Zielverfolgung und Raum schaffen

Josef hatte eine Entscheidung gefällt, Konsequenzen daraus abgeleitet und Ziele verfolgt, um die Geburt / Ankunft des Sohnes Gottes vorzubereiten. Nun, da diese unmittelbar bevorstand, galt es, Raum zu schaffen für den Moment, wenn die Ankunft Realität werden würde, d.h. Jesus geboren wird.

Maria und Josef kamen nach Bethlehem. Dort ging es turbulent zu. Der Ort war überfüllt mit Leuten, die Nachkommen von König David waren und sich dort zur Volkszählung registrieren lassen mussten.

Auch Maria und Josef waren mittlerweile dort angelangt. Wir lesen in Lukas 2, 6+7: „Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.“

Ich stelle mir vor, wie Josef nach einem sicheren Platz, einem Raum suchte, in dem Maria sicher und geschützt gebären und ihr Sohn zur Welt kommen konnte. Übrigens – ich teile die Ansicht vieler Ausleger, dass der einsame Stall auf freiem Feld, durch den der Wind pfeift, eine romantische Darstellung ist, wohl aber eher nicht der Realität entsprach. Die Krippe, in die das Kind gelegt wurde, war wahrscheinlich eher ein Stall, der zu einer Herberge in Bethlehem gehörte und den sie bekamen, weil normale Zimmer oder Unterkünfte nicht mehr frei waren.

Aber Josef hatte einen Raum gefunden und Raum geschaffen, damit der Sohn Gottes zur Welt kommen konnte. In einer Welt, in der damals es drunter und drüber ging und die nicht im Mindesten darauf vorbereitet war, dass der Sohn Gottes, der Heiland der Welt geboren wurde, „die große Freude, die allem Volk widerfahren wird.“

Genauso geht es heute zu. Advent bedeutet: Christus kommt wieder. aber die Welt ist nicht auf Ihn vorbereitet. Sie hat keinen Raum für Ihn. Und nicht nur das. Mehr und mehr haben wir das Gefühl, die Welt versinkt gerade im Chaos. Wo sind die Menschen unter uns heute, die wirklich an die Ankunft des Herrn glauben und die beginnen, für Ihn und Seine Ankunft Raum zu schaffen? Denn wir brauchen Christus so nötig. Die Welt, Deutschland, Diedelsheim, CVJM und Kirchengemeinde und jeder einzelne von uns persönlich.

Das Geniale ist: Jesus kommt nicht nur sicher bald wieder. Er spricht auch davon, dass Er schon heute, schon jetzt, in einer individuellen, persönlichen, liebenden und wertschätzenden Art und Weise bei jedem Einzelnen von uns anklopft und einen Raum ausfüllen will. Den Raum im Herzen eines jeden von uns.

Das heißt: Uns auf die Ankunft Jesu heute vorzubereiten hat eigentlich zwei Aspekte und normalerweise gibt es eine klare Reihenfolge.

Unser persönlicher Advent kann erstens so aussehen, dass wir Jesus den Raum unseres Herzens anbieten. Wenn wir Ihn einladen, wird Er eintreten. Er wird gewisser-maßen in uns geboren werden. Ganz persönlich. In Offenbarung 3,20 lesen wir: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.“

Die Menschen, zu denen er bereits eingetreten ist, bilden – unabhängig jeglicher Denomination – die unsichtbare Gemeinde Jesu, den Leib Christi. Und als diese Community Gottes sollen wir zweitens wirken und Räume in dieser Welt vorbereiten, damit Jesus auch zu den Menschen kommen kann, die Ihn noch nicht kennen. Das sollte deshalb die primäre Aufgabe des CVJM Diedelsheim und der Kirchengemeinde sein und bleiben.

Ich wünsche mir und Euch, dass wir all die Schritte Josefs nachvollziehen konnten und jeder einzelne von euch, diese Schritte auch auf die heutige Zeit übertragen und mitgehen kann. In diesem Sinne einen schönen ausklingenden Advent und frohe Weihnachten.

Amen

Lied: Jesus kommt wieder - Outbreakband