3. Advent – Konsequenz und Zielverfolgung

Letzte Woche haben wir die Konsequenz der Entscheidung von Josef bedacht, Maria und vor allem Gott Glauben zu schenken. Und wir haben die Konsequenzen bedacht, die entstehen, je, nachdem, ob wir der Botschaft, dass Jesus wiederkommen wird, Glauben schenken oder nicht. Dabei fällt uns auf, dass negative Entscheidungen in Bezug auf Glauben meistens in die persönliche Passivität führen. Positive Entscheidungen dagegen führen dazu, dass ich aktiv werde, für mich Ziele formuliere und diese verfolge.

Wie sah dies bei Josef aus und was könnte das für uns bedeuten?

Josef hatte eine recht ungewöhnliche Rolle anzunehmen. Er wusste, Maria war noch Jungfrau und biologisch waren er und Maria von dem verheißenen Kind nur Adoptiveltern. Aber sie waren von Gott auserwählt, Verantwortung für den noch hilflosen Retter der Welt zu übernehmen. Josefs erstes Ziel aus der Konsequenz, Maria zu glauben, war, dass er sich zu ihr bekannte, sie heiratete und damit seinem Glauben öffentlich die Tat folgen ließ. Das zweite Ziel aus der Konsequenz, Gott zu glauben, war nun, die Prophezeiung aus Jesaja 7,14, dass die Mutter des verheißenen Retters Jungfrau sein würde, zu achten, indem er bis zur Geburt Jesu nicht mit Maria schlief. Das dritte Ziel war es, Maria und den ungeborenen Messias nach besten Kräften zu schützen. Und als sie gezwungen waren, aufgrund der Verordnung des Augustus sich zur Volkszählung von Nazareth nach Bethlehem, der Stadt Davids, zu begeben, aus der sie beide als Nachkommen König Davids ursprünglich stammten, sorgte Josef für größtmögliche Bequemlichkeit, indem er ein Reittier für Maria besorgte. Das allerdings ist traditionelle, von einem Esel steht in der Bibel nichts, es liegt aber Überlieferung nahe.

Es bedeutet aber, Josef nahm die Verantwortung wahr, die aus der Konsequenz des Glaubens folgte und verfolgte Ziele, die dem Zweck dienten, die Gott mit der Sendung des Herrn Jesus hatte.

Wenn wir glauben, dass der Herr wiederkommen wird, welche Ziele könnten wir aus der Konsequenz unseres Glaubens für uns formulieren?

Auch Christen sind aufgefordert, Ziele zu haben, die im Zusammenhang mit der Wiederkunft Jesu stehen. Jemand, der wiederkommt, muss ja zwangsläufig leben. Diesen lebendigen, wiederkommenden Herrnzunächst mal zu bekennen sollte das erste logische Ziel jedes Christen sein, der im Bewusstsein der Wiederkunft des Herrn lebt. Bis zu diesem Zeitpunkt gilt auch das Ziel, was der Herr uns gab, als er an Himmelfahrt zum Vater zurückkehrte: Nämlich das Evangelium weiterzusagen.

Das Evangelium ist die frohe Botschaft, dass jeder durch Jesus versöhnt werden kann mit Gott, weil Er vor 2000 Jahren zu uns kam. Dazu gehört auch die lebendige Hoffnung auf die Gemeinschaft mit Ihm schon jetzt durch den Heiligen Geist und die ewige Gemeinschaft einmal mit Ihm im Himmel. Mein Ziel ist es, dass der Herr mich tätig findet, wenn Er wiederkommt.

Frage an Dich: Wenn du daran denkst, dass Jesus wiederkommt, erfüllt dich das mit Freude oder mit Sorge oder gar Angst?

Mich erfüllt beides, Freude und Sorge, Angst jedoch nicht. Freude darüber, endlich ganz bei Ihm zu sein. Sorge darüber, dass viele nicht vorbereitet sind auf die Ankunft des Herrn.

In der lebendigen Hoffnung der Wiederkunft Jesu zu leben bedeutet, dass wir uns auf diese vorbereiten. Das wiederum heißt, dass wir bereit sind und versuchen, jeden Tag im Bewusstsein der jederzeit möglichen Wiederkehr des Herrn zu leben. In diesem Bewusstsein werden wir anders leben als ohne.

Ziele für uns können also lauten: Uns vorbereiten, bereit sein, im Bewusstsein der Wiederkunft zu leben, den Herrn bekennen, tätig sein und das Evangelium weitersagen!

Amen

Lied: Wenn der König wiederkehrt – Miroslav Chrobak