1. Advent – Botschaft und Entscheidung

Morgen beginnt die Adventszeit. Advent heißt ja Ankunft und das Wort hat zwei Aspekte. Erstens denken wir daran, dass vor gut 2000 Jahren der Herr Jesus die himmlische Herrlichkeit des Sohnes Gottes verließ, sich klein machte und für unsere Rettung als Mensch geboren wurde. Zweitens sollen Christen auch daran denken, dass nach eindeutigen Aussagen des Neuen Testaments, auch von Jesus selbst, der Herr wiederkommen wird. Advent, also Ankunft ist vom Sinn her ja etwas auf die Zukunft Gerichtetes und etwas, das man erwarten soll. In diesem Fall sollen Christen die Wiederkunft des Herrn Jesus erwarten und sich auf sie vorbereiten.

Wir wollen daher in dieser Adventszeit einmal die Schritte des Adoptivvaters des Kindes von damals, Josef, betrachten und von ihm lernen, welche Schritte er getan hat, als er von der Ankunft des Messias hörte und was wir in Bezug auf die noch in der Zukunft liegende Wiederkunft Jesu von ihm lernen und tun können.Rekapitulieren wir nochmal aus Sicht von Josef, was er damals erlebte. Maria war mit Josef verlobt und in der damaligen Zeit und Kultur war es nicht denkbar, dass sie vor der offiziellen Eheschließung Sex hatten. Und Josef hielt sich als gläubiger, die Gebote Gottes achtender Jude auch daran. Aber nun war Maria schwanger und Josef muss unter dem vermeintlichen Treuebruch furchtbar gelitten haben. Maria erzählte ihm natürlich, dass sie mit keinem Mann geschlafen habe und der Engel Gabriel ihr die prophezeite jungfräuliche Geburt des Messias (Jesaja 7,14) verheißen habe (Lukas 1,26- 38).

Zugegeben, das klingt nach einer plumpen Ausrede und spottet dem Intellekt und der Erfahrung eines Mannes wie Josef. Es ist eine maximal schwer zu glaubende Botschaft. Auf der einen Seite die menschlich gedacht medizinische Unmöglichkeit einer solchen Behauptung, auf der anderen Seite die bisherige Unbescholtenheit Marias und ein Engel Gottes, von dem die Botschaft angeblich stammte. Das alles forderte Josef heraus, gegen alle menschliche Vernunft und Rationalität zu glauben.

Wie sollte sich Josef entscheiden? Glauben oder nicht glauben?

Auch die Verkündigung der Botschaft, dass Jesus wiederkommen wird, empfinden Menschen heute als sehr unglaubwürdig, zumal die Wiederkunft gefühlt schon recht lange auf sich warten lässt. Sie halten die entsprechenden Hinweise und Prophezeiungendes Neuen Testaments für Utopie und möchten sich deshalb abwenden und lieber bei der Ankunft Jesu von vor 2000 Jahren verweilen. Darauf beschränken sich sogar viele Christen.

Man könnte vielleicht argumentieren, die Jünger und Apostel wünschten sich nach der Himmelfahrt Jesu so sehr, Er möge wiederkommen, dass sie diese Hoffnung einfach ins Evangelium, aber auch in die Briefe integriert haben.

Aber wie bei Josef damals gibt es auch für uns heute die besten Zeugen dieser Botschaft. Erstens hat Jesus es selbst gesagt, dass Er wiederkommen würde, zweitens sprechen der Charakter und all das, was wir von den Aposteln wissen, gegen das Erfinden und Festhalten an bewussten Lügen und drittens glauben Christen auch, dass die Schriften der Apostel von Gott dahingehend inspiriert wurden, dass Er selbst über die Wahrheit der Aussagen wachte.

Christen glauben, dass Gott Sein Wort halten wird. Er hat es immer getan und sie sind überzeugt, dass Er es auch in dieser Sache tun wird.

Und doch fordert auch uns die Frage heraus:

Wie sollen wir uns in Bezug auf die Botschaft der Wiederkunft entscheiden? Glauben oder nicht glauben?

Natürlich hatte die Entscheidung bezüglich der Frage für Josef Konsequenzen und sie soll sie auch für uns haben. Darauf gehen wir nächste Woche ein.

Amen

Lied: Herr, wir glauben, dass du wiederkommst - Hella Heizmann, Melanie

Heizmann, Viola Heizmann